Du fragst dich, wie ich zu dieser These komme? Setze dich mit einem Kaffee zu mir aufs (virtuelle) Sofa und ich erzähle dir meine Geschichte. Vielleicht hörst du in dieser auch etwas für dich.

Viele Jahre meines Lebens empfand ich mein Leben als anstrengend. Ich erlebte Mobbingsituationen und zwei Burnout. Einige Jahre schon, beschäftigte ich mich mit meiner Persönlichkeitsentwicklung. Immer mit dem Wunsch, mich und das Leben besser verstehen zu können. Die Vergangenheit besser verstehen zu können und um in Zukunft alles richtig zu machen. Da war immer der Wunsch nach Leichtigkeit und Freude in meinem Leben.

Über die Jahre hinweg konnte ich mich durch zig psychologische Modelle analysieren und fand Antworten auf viele meiner Fragen. Ich glaubte zu verstehen.

Und das Leben wurde wieder schwer.

Ich fragte mich immer wieder, wie es denn leichter werden könnte?

Ich erwachte auf dem Mittelmeer

2015 hatte ich mitten auf dem Mittelmeer ein Schlüsselerlebnis. Ich saß im Segelboot und blickte auf das Meer, das an diesem Tag wie ein stiller Ozean vor mir lag. Flaute – im Segeljargon. Plötzlich bemerkte ich, dass ich gar nicht nachgedacht habe. Ich war gedanklich weder in der Vergangenheit (was alles nicht gut war), noch in der Zukunft (was alles werden oder passieren könnte).

Es war wie ein Erwachen: „Wow!“ dachte ich. „So fühlt es sich also an, im Hier und Jetzt zu sein.“ Das war so ein schönes Gefühl. Ich überlegte, wie ich es denn schaffen könnte, diesen Zustand immer wieder in mein Leben nehmen zu können. Von jetzt an auf einem Segelboot zu Hause sein und über die Weltmeere segeln? Zugegeben – nicht der schlechteste Gedanke und doch würde es nicht zu mir passen.

Ich fand die Achtsamkeits-Meditation

In der Meditation fand ich Ruhe. Und ich schenkte mir viel Zeit und Raum um in der Meditation zu sein. Im Hier und Jetzt. Nicht pausenlos im Gedankenkarussell.

In mir wurde es ruhiger, ich wurde selbstbewusster, kam immer wieder an mein ureigenes Vertrauen… und landete fast im dritten Burnout.

Dann entdeckte ich meine stressmachenden Glaubenssätze und war in der Lage, meine Gedankenströme anzuhalten und hinzuschauen. Das machte mich oft traurig. Einerseits war ich glücklich, nicht ständig unbemerkt in meine bekannten Muster abzugleiten und in meine eigenen Fallen zu laufen. Andererseits empfand ich es wieder als anstrengend.

Heute weiß ich, dass ich Vieles verstanden habe und gleichzeitig, brachte all das mich immer wieder ins Analysieren. Ich wünschte mir weiterhin viel mehr im Hier und Jetzt zu sein.

Gedanken analysieren ist wie im Kompost rumwühlen: Unnötig.

Ich traf auf ein für mich neues Verständnis und „etwas“ in mir spürte: Da will ich hin. Es klang so leicht und war es nicht schon immer die Leichtigkeit, die ich finden wollte? Der Gedanke machte mir Angst. Diesen Gedanken lies ich einfach vorüberziehen. Im tiefen Vertrauen: Mein Weg wird mich finden. Denn eins wusste ich zu diesem Zeitpunkt schon: Immer wenn ich etwas loslasse – Gedanken loslasse – dann liegt die Antwort plötzlich vor mir. Serviert auf dem Silbertablett.

Und eines Tages kam der Kellner mit dem Silbertablett vorbei und bot mir folgenden Satz an:

„Manchmal halten wir mit aller Kraft an einem Gedanken fest und merken es gar nicht.“

Ich hörte etwas in diesem Satz und wusste nicht was. Ich wusste nur so viel: Dieser Satz macht etwas mit mir.

Kennst du das auch? Jemand sagt etwas zu dir oder du hörst jemanden etwas sagen und es berührt dich tief im Inneren. Gleichzeitig kannst du gar nicht greifen, was das ist. Du denkst krampfhaft über das Gesagte nach und findest trotzdem keine Antwort. Du verstehst nicht so recht, was das mit dir zu tun haben soll. Wenn es ganz dumm läuft, dann denkst du sogar von dir, dass du einfach zu blöd bist es zu verstehen. Um Himmelswillen! Nein! Denke das nicht von dir!

Ich hörte also diesen Satz:

„Manchmal halten wir mit aller Kraft an einem Gedanken fest und merken es gar nicht.“

Dieses Mal suchte ich jedoch nicht nach dem „was“. Ich ließ den Satz einfach stehen und genoss für einen Moment dieses gute Gefühl, dass er in mir auslöste. Ich nenne es Resonanz. Mein Körper, mein Inneres ging „irgendwie“ mit dem Gesagten in Resonanz. Ich bezeichne es außerdem gerne als ein „tieferes hören“. Nicht mit dem Sinnesorgan Ohr. Nein. Tiefer.

Ich ließ den Gedanken also einfach weiterziehen.

Eine tiefe Einsicht am nächsten Morgen

Noch in der gleichen Nacht träumte ich einen Traum, den ich seit 18 Jahren ständig, in unregelmäßigen Abständen, immer wieder geträumt habe. Sinngemäß war dieser Traum immer gleich. Nein, es war nicht einmal ein Albtraum. Nur immer wieder ähnliche Situationen am gleichen Ort, mit den gleichen Leute, das gleiche Thema. Und in dieser Nacht veränderte sich der Traum. Ich habe diese Situation, den Ort und das Thema verlassen. Habe mich dankbar und liebevoll bei einer Person verabschiedet. Bin gegangen. Ich habe losgelassen. Ich spürte im Traum und auch nach dem Aufwachen: Es ist leichter in mir.

18 Jahre lang habe ich an einem Gedanken festgehalten, nämlich, dass ich einer Person (aus diesem Traum) etwas schuldig bin. Dieser Gedanke war mir bis zu diesem Moment nicht bewusst. Erst Tage später habe ich mich daran erinnert, dass ich mich damals tatsächlich schuldig fühlte. Konkret: Ich kündigte eine Stelle und fühlte mich der Chefin gegenüber schuldig, weil sie mir viel ermöglicht hat und auch in mich investiert hatte. Sie machte mir damals keine Vorwürfe, doch ich glaubte ihr etwas schuldig zu sein. Dass ich an diesem Gedanken festgehalten habe, das lag außerhalb meines Bewusstseins.

Am darauf folgenden Tag hat sich etwas in meinem Bewusstsein verändert:

Mir wurde bewusst, wie viele andere Gedanken ich schon mein Leben lang festhalte und was sie täglich mit mir tun.

Diese tiefe Einsicht spürte ich am ganzen Körper. Ich fühlte mich pudelwohl.

Seit diesem Tag ist mein Geist viel ruhiger. Ich fühle mich leichter, noch mehr im Selbstbewusstsein und im Selbstvertrauen. Ich spüre mehr Liebe zu mir selbst und gegenüber meinen Liebsten. Ich bin mir meiner Gedanken bewusst. Sehe sie. Ich analysiere sie nicht. Sie dürfen weiterziehen. Ich vertraue darauf: Es kommt schon gut.

So einfach soll es sein? Kann nicht sein! Wo ist der Haken?

Vielleicht denkst du jetzt, dass es nicht sein kann, dass es so einfach sein soll. Das ist okay.

Und ich behaupte nicht, dass es mir nicht immer wieder passiert:

Manchmal fühlt es sich an, als hätte ich eine ganze Kirmes im Kopf! Die Gedanken fahren Karussell und spielen obendrauf auch noch Affenzirkus. Um in Bildern zu bleiben: Was ich wirklich nicht mehr kenne ist das berühmte und viel zitierte Hamsterrad. Aber das ist eine andere Geschichte.

Zurück zum Gedankenkarussell. Ja natürlich habe ich das auch noch. Wir Menschen sind mit Gedanken ausgestattet und das unterscheidet uns von allen anderen Lebewesen. Grundsätzlich sind Gedanken eine gute Sache. Sie werden dann richtig doof, wenn du sie unbemerkt ihr Unwesen treiben lässt.

Die wichtigste Lektion über Persönlichkeitsentwicklung, die ich mit dir teile:

BEMERKE deine Gedanken. Merke, dass Du denkst. Bemerke die Gedanken und bewerte sie nicht. Sei dir darüber bewusst, dass sie gerade ihr Unwesen treiben und dir Dinge einreden wollen. Ob sie richtig oder falsch sind – diese Realität erschaffst du mit eben diesen: Gedanken.

Mit Gedanken erschaffen wir eine Realität und Gedanken nehmen zuweilen seltsame Formen an.

Und heute verstehe ich mich und das Leben anders.

Persönlichkeitsentwicklung an der Kaffeemaschine

Kürzlich stand ich vor meinem Kaffee-Vollautomaten und während mein Zeigefinger auf die Taste mit den zwei Tassen drückte, drängte sich das Wort ‚Persönlichkeitsentwicklung‘ in meine Gedanken. Persönlichkeitsentwicklung. „Aaahhh spannend,“ dachte ich und weiter „was will das Wort mir sagen?“

Meine Gedanken hüpften von „Oh, ich habe schon viel Geld in meine Persönlichkeitsentwicklung gesteckt.“ Hin zu „alles für die Katz‘ und „echt jetzt? für die Katz‘?“ Dann flüsterte eine Stimme aus meinem Inneren zu mir: „ent-wickeln“. Etwas in mir regte sich. Ja: es fühlte sich an, als würde sich etwas ent-wickeln. Als würde jemand einen Knoten auseinanderwickeln. Entwirren. Es fühlte sich an wie „nach Hause kommen“. Nach Hause kommen zu mir. Zu meinem wahren Ich. Zu meinem Ursprung.

Meine Gedanken hüpften weiter:

Ich entwickle mich zurück. Zurück zu mir. Dahin, wo ich herkomme. So, wie ich geboren wurde. Ohne all die Geschichten die ich erlebt habe. Ohne alle Konzepte die ich über mich entwickelt hatte.

Und ich lachte von Herzen:

Was wohl „die Anderen“ (wer auch immer die anderen sind) von mir denken würden, wenn ich sagen würde:

„Vergiss Persönlichkeitsentwicklung! Ich entwickle mich lieber zurück!“

Klingt schräg? Das ist okay.

Verstehe mich bitte richtig:

Auch wenn der Titel es vermuten lässt: Ich behaupte nicht, dass Persönlichkeitsentwicklung schlecht ist. Unnötig ist. Nein. Ohne meine Investitionen in meine Persönlichkeitsentwicklung wären einige Jahre meines Lebens noch anstrengender und schwerer gewesen. Eine Zeitlang war es sehr gut und wichtig mich weiterzuentwickeln. Es war wichtig meinem Bedürfnis „mich selbst besser verstehen“ nachzukommen. Und jetzt ist es gut. Nenne es gerne auch: Sandras Weiterentwicklung ist zurück entwickeln. Denn:

Es fühlt sich an wie nachhause kommen.

Ob ich jemals wirklich zu Hause ankomme? Ich weiß es nicht.
Ob das Leben es immer gut mit mir meint? Ich weiß es nicht.
(Was bedeutet es überhaupt „das Leben meint es gut mit mir?“)
Was ich weiß:
Heute sitze ich hier an meinem Tisch und schreibe diese Zeilen für dich.
Heute bin ich gesund.
Heute habe ich ein Dach über dem Kopf.

Lass es mich mit diesem Zitat beschreiben:

„Ich war ein Suchender und das bin ich noch immer. Aber ich habe aufgehört die Lehre der Bücher und der Sterne anzusehen. Stattdessen höre ich auf die Weisheit meiner Seele.“

(Rumi, 13. Jhd., Gelehrter und Dichter)

Warum Zurück-Entwicklung großartig sein kann?

  • Damit du nicht immer wieder in ein Gedankenkarussell hüpfst.
  • Damit das Leben leichter wird.
  • Damit die Freude noch mehr Platz in deinem Leben hat.
  • Damit du deinem Bauchgefühl, deiner Intuition, deiner Weisheit noch mehr vertraust und nur noch die Dinge tust, hinter denen du zu 100 % stehst, ohne das deine Gedanken dir einreden wollen was besser für dich oder deinen (beruflichen) Erfolg ist.

Was mich angeht:
Mit diesem neuen Verständnis fühlt sich das Leben schon deutlich leichter an und auf diese Weise entwickle ich mich gerne weiter.

Den Traum, den ich 18 Jahre lang träumte, habe ich seit dem nicht wieder geträumt.

Falls du dich noch fragst, was es mit diesem Satz auf sich hat: „Gedanken analysieren ist wie im Kompost rumwühlen: Unnötig.“ Der Kompost wird ganz alleine zu Erde. Du musst nichts tun. Nicht mit den Händen hineingreifen, wühlen und sortieren. Dein Geist wird erst dann klar, wenn du die Gedanken sein lässt was sie sind: Nichts. Analysieren führt ins Gedankenkarussell und nicht zur guten Erde: Deiner inneren Weisheit.

Alles Liebe,
Sandra

Was hast du aus meiner Geschichte für dich mitgenommen?
Hinterlasse mir gerne einen Kommentar.

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