Letzte Aktualisierung 28. März 2021

Ich liebe meinen Stress. Heiß und innig. Immer wenn ich total gestresst bin, dann weiß ich wieder mal was ich falsch gemacht habe. Du magst jetzt vielleicht denken, dass ich nicht ganz richtig ticke – verstehe ich. Warum solltest du deinen Stress lieben, wo er dir doch zeitweise das Leben zur Hölle macht!?

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du deinen Blickwinkel verändern kannst und wie du selbstbestimmt für dich sorgen kannst. Achtung: Könnte zynisch auf dich wirken und doch ist es die Wahrheit.

Früher, als ich noch so richtig auf der Stressschiene unterwegs war und mich häufig völlig neben der Spur gefühlt habe, habe ich auch oft nach dem WARUM gefragt. Und so erlebe ich heute meine Kunden, wenn sie zu mir kommen. Ich höre Sätze wie:

  • Ständig kreisen die Gedanken in meinem Kopf. Warum ist das so?
  • Warum kann mein Leben nicht einfach mal ruhig und entspannt sein?
  • Ich bin fix und fertig… warum passiert mir das immer wieder?
  • Warum finde ich einfach keine Ruhe?

Und dann suchen sie nach Gründen für ihren Stress:

  • Die Gedanken kreisen ständig im Kopf herum, weil du an Tausend Dinge denken musst. Weil du zu viele Projekte gleichzeitig betreuen musst. Weil du gerade echt Sorgen hast. Weil du Angst vor xyz hast.
  • Dein Leben kann einfach nicht ruhig und entspannt sein, weil ständig passiert etwas, dass dir wirklich zu schaffen macht. Weil eine Katastrophe die nächste jagt. Weil du Streit mit deinem Partner, dem Chef oder dieser blöden Kollegin hattest.
  • Du bist fix und fertig, weil du ständig Überstunden schiebst, weil du zu Hause im Haushalt keine Hilfe hast und weil du dich um alles alleine kümmern musst – im Job und privat.
  • Du findest einfach keine Ruhe, weil das Leben dir zu viel abverlangt und weil es zu viele Dinge gibt, die dir Sorgen machen und die dich nicht schlafen lassen.

Herzlich Willkommen im Hamsterrad!

Du willst aussteigen? Das Hamsterrad verlassen und das Gedankenkarussell anhalten? Dann gebe ich dir heute

6 gute Gründe, deinen Stress zu lieben (anstatt ihn zu hassen)

Bevor ich dorthin komme, einige Beispiele aus der Praxis, eine persönliche Geschichte von mir, wie sie sich kürzlich zugetragen hat und ein selbstbestimmter Ansatz für dich.

Los geht’s:

  • Die Gedanken in deinem Kopf kreisen ständig,
    • damit sie Sorgen und Ängste in dir hervorrufen. Existenzängste, Verlustängste, Versagensängste. Sorgen um das Morgen, Sorgen um deine Kinder, Familienmitglieder um dich selbst.
    • Damit sie dich traurig machen.
    • Damit sie dich innerlich ganz unruhig werden lassen.
    • Damit du nachts nicht schlafen kannst.
  • Dein Leben kann einfach nicht ruhig und entspannt sein,
    • damit du dich weiterhin verausgabst,
    • damit du von dir selbst sagen kannst, dass du ja so schrecklich viel zu tun hast und ständig gestresst bist (und dich vor irgendetwas anderem drückst).
    • Damit du nicht stillstehst.
    • Damit du dich nicht ausruhst.
    • Damit du weiterhin vor etwas wegläufst.
    • Damit du den Konflikt nicht klären musst.
    • Damit du weiterhin die Harmonie wahrst, die längst keine mehr ist.
    • Damit du weiterhin Katastrophen findest, wenn es gerade keine gibt.
  • Du bist fix und fertig,
    • damit du auch weiterhin zu allem ja sagst, obwohl du nein meinst.
    • Damit du nie im Leben lernst auch mal Grenzen zu setzen.
    • Damit du weiterhin für alle da sein kannst und dich alle toll finden.
    • Damit du weiterhin von allen geliebt wirst.
  • Du findest einfach keine Ruhe,
    • damit es dir nicht langweilig wird.
    • Damit du dich nicht um die Dinge kümmern musst, die es wirklich zu klären gäbe.

Du denkst jetzt vielleicht: Bitte? Das sind doch alles keine Gründe den Stress zu lieben! Und vielleicht denkst du über den ein oder anderen Satz ja auch „so ein Quatsch!“ Das ist okay – ich verstehe dich.

Möglicherweise ist dir an diesen Beispielen etwas aufgefallen. Vielleicht hast du dich in der ein oder anderen Sache wiedererkannt.

Lass mich dir ein Beispiel erzählen:

Als Expertin für Stressreduktion und Burnout-Prävention, die 2002 selbst ein Burnout durchlebt und gemeistert hat weiß ich eine Sache schon sehr lange: Stress entsteht im Kopf. Stress entsteht in deinen Gedanken. Vielleicht magst du mich jetzt gerade steinigen, weil du ganz genau weißt, dass dein Stress nur daher kommt, weil X, Y oder Z dies oder jenes gesagt oder getan oder unterlassen hat. Darüber habe ich zum Beispiel hier, hier und hier geschrieben.

Stress entsteht in deinen Gedanken. Immer. Und obwohl ich das ganz genau weiß, habe ich es geschafft, mich zum Jahresende 2020 so richtig zu stressen. Oh ja – du liest richtig, denn ich will dir nichts vormachen. Auch deshalb nicht, damit ich dir immer wieder Impulse dazu geben kann was ich in solchen Situationen dazu gelernt habe.

Selbstgemachter Stress

Ich bin meine eigene Chefin. Niemand schreibt mir etwas vor. Ich kann mir meine Zeit einteilen wie ich möchte. Niemand macht mir Druck oder verlangt unmögliches von mir. Oh – stimmt nicht ganz: Das bin ja ich!

Und schon ist es passiert.

Ich hatte mir fest vorgenommen, dass mein Buch (Was will ich wirklich im Leben? 30 Mutmach-Geschichten für Dich) am 29. November 2020 veröffentlicht werden soll. Das war mein Ziel. Und wenn ich mir Ziele setze, dann führt kein Weg daran vorbei, diese zu erreichen. Sehr löblich und ebenso bescheuert. Das Projekt machte mir große Freude und ich saß jeden Tag (und oft auch abends) an meinem Notebook und schrieb und formatierte, koordinierte und korrigierte. Ich war so verbissen in dieses Projekt, dass mir meine Gedanken weiß machten, dass es verschwendete Zeit ist, wenn ich mir zu Mittag etwas Gutes koche. Ich erlaubte mir nicht, ein paar Stunden vom Schreibtisch wegzugehen um Eltern oder Geschwister zu sehen, mit denen ich „eigentlich“ gerne Zeit verbringe. Ich nahm mir keine Zeit für einen Spaziergang oder eine Runde Sport.

Überpünktlich am 26.11.2020 war mein Buch veröffentlicht. Ich war glücklich und todmüde. Ich war gestresst. Ich hörte mich sagen: „Boah – ich bin ja völlig aus der Spur.“ Es ging mir nicht gut. Und ich lachte. Ich lachte über mich selbst. Darüber, dass mir das immer wieder passiert.

Wieso ich über meinen Stress lachen konnte

Sandra lacht

Kurz zuvor stellte ich mir die Frage: „Oh Mann… warum passiert mir das immer wieder?“

Und jetzt kommt’s. Ich formulierte meine Antworten mit dem Wort „WEIL“:

  • Weil ich ja auch 30 Autoren koordinieren musste und alle Texte bearbeitet habe.
  • Weil ich mein Ziel unbedingt erreichen wollte.
  • Weil dieses verflixte Pandemie-Jahr sowieso an meiner Kraft gezehrt hat.

STOPP!

Mir wären hier bestimmt noch weitere 10 Gründe eingefallen die, und jetzt kommt die Krux:

Gründe, die in der Vergangenheit liegen!

Und was passiert dann?

Wenn du die Frage nach dem WARUM stellst, passiert das, was wir fast alle tun. Wir beginnen unseren Satz mit WEIL…

WEIL lenkt deine Blickrichtung und somit deine Gedanken zu einem bestimmten Grund. Dieser Grund liegt zwangsläufig in der Vergangenheit. Auf Dinge, die in der Vergangenheit liegen musst du in irgendeiner Weise RE-AGIEREN. Dieses reagieren führt zu einem Gefühl von „ich muss“ und wenn du dich in einem „Ich-muss-Gefühl“ befindest, fühlst du dich in der Regel FREMDBESTIMMT. Ein echt doofes Gefühl! Stimmt’s?

Wenn du dich in solch blöden Situationen befindest, halte einmal inne und beantworte deine Frage nach dem WARUM, indem du den Satz mit DAMIT fortsetzt. Warum?

DAMIT lenkt deine Blickrichtung und somit deine Gedanken zu einem bestimmten Ziel das du verfolgst oder zu einem bestimmten Zweck der erfüllt werden will. Ein Ziel oder ein Zweck liegt immer in der Zukunft. Und wenn du ein bestimmtes Ziel erreichen möchtest, dann tust du das PRO-AKTIV. Pro-Aktiv nach vorne gehen fühlt sich in der Regel positiv an, denn du möchtest dein Ziel ja erreichen. Dieses „Ich-möchte-Gefühl“ führt automatisch dazu, dass du dich SELBSTBESTIMMT fühlst. Und wer will sich nicht selbstbestimmt fühlen?

Zurück zu meinem Beispiel – Sandra, Buchveröffentlichung, total aus der Spur, weil…

Dann kam ich also zu dem Moment in dem ich mich fragte „Warum passiert mir das immer wieder?“ Und ich habe mich dabei ertappt, dass ich in der Vergangenheit in Gründen wühlte und mich dabei auch noch schön bedauert habe ;-) Ich sagte dir ja bereits: Stress entsteht im Kopf und meine Gedanken wühlten in Dingen rum, die ich eh nicht mehr ändern kann.

Ich lachte. Und erinnerte mich daran, was ich meinen Kunden immer predige: das Ding mit dem ‚weil‘ und dem ‚damit‘. Also hielt ich mir vor Augen, warum mir das mit dem Stress immer wieder passiert und ich fing an in die Zukunft zu denken:

  • Damit ich auch weiterhin im Jammertal bleiben kann.
  • Damit ich wieder mal auf die Schnauze falle.
  • Damit ich weiterhin nicht die Dinge tue die mir wirklich wichtig sind – einmal in der Woche Eltern oder Geschwister sehen.
  • Damit mir weiterhin der Rücken weh tut – vom langen sitzen und nicht bewegen.
  • Damit ich endlich lerne, dass mir das nicht mehr passiert.

Merkst du etwas? Bis auf das „lernen“, sind das alles Dinge, die wirklich nicht erstrebenswert sind. DAS habe ich mir in diesem Fall vor Augen geführt. Mir wurde wieder mal bewusst, dass das nicht der Zweck meiner Existenz ist. Dass das nicht der Sinn meines Lebens ist und, dass das nichts mit meinem Wunsch nach Leichtigkeit und Freude im Leben zu tun hat.

Ist Stress erstrebenswert?

Ganz sicher nicht.

Und als ich mir diese Erkenntnis mal wieder auf dem Silbertablett serviert hatte, musste ich wirklich lachen. Denn eins ist sicher:

  • Es liegt an DIR, die Dinge zu ändern.
  • Du bist selbstbestimmt.
  • Du kannst die Dinge verändern, die dich stören.
  • Du kannst Lösungen finden.
  • Und nur du kennst die Gründe, die dich in Stress versetzen – und Achtung: Es sind nicht die Anderen!

Das mag sich vielleicht „zu einfach“ anhören. Ich verstehe sehr gut, wenn du mir jetzt gedanklich ganz viele „Ja, aber…“ entgegenbringst. Ich habe das viel zu lange auch gemacht. Heute weiß ich, dass es für alles eine Lösung gibt, auch wenn ich sie im Moment noch nicht sehen kann. Und manchmal wollen wir sie auch nicht sehen.

Du fragst dich immer noch, warum es Gründe geben soll, deinen Stress zu lieben, anstatt ihn zu hassen?

Liebe deinen Stress, denn

  • er sagt dir, dass es so nicht weitergehen kann!
  • Er zeigt dir, dass du dringend etwas verändern solltest.
  • Er schickt dir jede Menge Signale – körperliche und/oder psychische – die dir mitteilen wollen: Es reicht! Tritt auf die Bremse!
  • Er möchte dich davor schützen, dass nicht noch Schlimmeres passiert – zum Beispiel völlige Erschöpfung oder eine Erkrankung.

Liebe deinen Stress, DAMIT

1 – du aktiv die Themen angehst, die dich stressen.

2 – Du selbstbestimmt Dinge in die Wege leiten kannst, bevor du nicht mehr in der Lage dazu sein wirst.

3 – Du Wege und Strategien kennen lernst, die dich zukünftig vor Stress schützen.

4 – Du inne hältst und dir die Frage stellst, was du wirklich willst im Leben. Was dir wirklich wichtig ist.

5 – Du in Zukunft Gelassenheit, Leichtigkeit und Freude empfindest.

6 – Du dein Leben lebst und nicht das der Anderen.

Und bevor du deinen Stress liebst, wünsche ich dir von Herzen:

Liebe dich selbst.

Herzliche Grüße

Sandra

PS: Wenn du kein Licht am Ende des Tunnels siehst, dann bin ich deine Gedankensortiererin, die dir Raus aus dem Stress, rein ins Leben hilft. Wenn du denkst, dass das etwas für dich sein könnte, buche dir dein kostenloses und unverbindliches Kennenlerngespräch.

Dein Leben darf leicht sein.

Möchtest Du raus aus dem Stress und rein in DEIN Leben?
Bist Du am Coaching-Programm interessiert?
Dann bist Du herzlich zu einem kostenlosen und unverbindlichen Kennenlerngespräch eingeladen.