Ja, Du liest richtig: In diesem Artikel erfährst Du, was Du alles tun musst, damit Du auch weiterhin in Deinem Hamsterrad bleibst. Es soll ja Leute geben, die sich da wohlfühlen. Im Übrigen fände ich es grob fahrlässig, wenn ich Dir hier „Die 10 ultimativen Tipps wie Du Deinen Stress loswirst“ aufzählen würde und Dir versprechen würde, dass Du dann ein entspanntes und gelassenes Leben führen kannst.

Hier sind also 10 Dinge, die Du unbedingt beherzigen solltest, wenn Du Deinen Stress behalten möchtest:

Eine Warnung vorab: Der Artikel ist zynisch und ironisch. Das nimmt jedoch nichts vom Wahrheitsgehalt – im Gegenteil. Zu Risiken und Nebenwirkungen befrage Dein Herz und Deinen Bauch. Und jetzt los:

1 – Treffe keine Entscheidungen und schiebe unangenehme Dinge vor Dir her!

Du müsstest dringend einen Termin beim Arzt vereinbaren, schiebst es aber ständig vor Dir her, weil die Diagnose könnte ja eine unangenehme sein. Könnte. Es könnte aber auch eine gute Diagnose sein. Der Anruf hängt ständig in Deinem Kopf rum und die Angst sitzt Dir ständig im Nacken. Na wenn das kein schönes Gefühl ist. Wenn ja, dann behalte es.

Stressfaktor Entscheidungen treffen

Das Gespräch mit Deiner Freundin oder wahlweise Mutter, Schwester, (Ehe-)Partner, Chef, KollegIn, das Du unbedingt mal führen solltest. Weil Dich etwas stört oder etwas vorgefallen ist, über das Du unbedingt mal mit der Person reden solltest. Weil Du Dich geärgert hast, weil Du verletzt, gekränkt oder wütend bist. Schiebe es weiter vor Dir her und genieße das besch*** Gefühl, wo auch immer Du es im Körper spürst – im Brustraum, im Magen, im Nacken.

Welche Entscheidung schiebst Du seit Tagen, Wochen oder Monaten vor Dir her? Was macht das mit Dir? Geht es Dir gut dabei? Ja? Dann triff die Entscheidung nicht.

Hier gibts einen weiteren Impuls zum Stressfaktor Entscheidungen.

2 – Bewerte Menschen nach ihren dummen Fragen!

Die Idioten auf der Arbeit, die ständig dumme Fragen stellen, stressen Dich. Deine Ehefrau nervt und es gibt Menschen in Deinem Umfeld über die denkst Du ständig „Wie kann man nur so [setze hier ein beliebiges Wort ein] sein?“

Du hörst etwas, siehst etwas, es läuft durch Deinen neurologischen Spamfilter und Du bewertest: Das ist doof. Das ist dumm. Das ist unverschämt. Das ist respektlos. Es ist unmöglich. Es ist …

Hinter diesen (Deinen) Annahmen stecken haufenweise Bewertungen, Interpretationen und Vermutungen – aus Deiner Sichtweise, aus Deiner Wertewelt, aus Deiner emotionalen Welt, aus Deinem Verständnis. Doch wer legt fest was falsch und richtig ist? Du? Das ist okay. Und deshalb hinterfrage niemals, wie Dein Gegenüber das Gesagte vielleicht wirklich gemeint hat. Was seine Sichtweise ist, was seine Definition zu xyz ist. Versuche niemals, durch seine Brille zu schauen und rede auch nicht mit ihm/ihr darüber. Behalte Deine Sichtweise und Deine Bewertung und Du wirst Dich weiterhin genervt und gestresst fühlen.

3 – Nutze jeden freien Zeitslot in Deinem Kalender für einen Termin und/oder eine Aktivität!

Das kannst Du natürlich machen. Und doch solltest Du es nur dann tun, wenn Du daraus Energie schöpfst. Wenn Du jedoch jeden Abend und jedes Wochenende hechelnd und außer Puste vom Sofa Richtung Bett kriechst, und Dich fragst „Wo ist bloß der Tag/die Woche hin?“ Dann kannst Du vielleicht stolz auf das blicken, was Du alles erreicht hast oder: Du bist noch nicht einmal mehr dazu in der Lage und schimpfst darüber, was Du alles nicht geschafft hast.

„Aber das sind doch so viele Sachen, die ich gerne mache! Zum Beispiel mit Freunden treffen, ins Theater gehen, zum Yoga, zum…!“ Ja, das sind sehr schöne Sachen. Wenn Du ein Mensch bist, der Kraft aus der Ruhe schöpft, dann werden die vielen wunderschönen Dinge leider auch zum Stress. Wenn Du Dir selbst etwas beweisen möchtest: Mach weiter!

Oder lies mal diesen Artikel: Gleicht Dein Kalender einem Horrorszenario?

4 – Mache immer alles perfekt!

„Mensch – lass doch mal Fünfe gerade sein!“ Bringt Dich dieser Satz auf die Palme? Perfekt! Dann gehörst Du zu den Menschen, die immer alles perfekt machen müssen. Die Betonung liegt auf Müssen. Deine Messlatte liegt hoch. Höher, als die der Anderen oder höher, als andere es von Dir erwarten. Du bist perfekt und akribisch in dem was Du tust. Qualität steht an oberster Stelle und 100 % sind nicht genug. Verbissen bleibst Du bei der Sache, bis sie erledigt ist und prüfst noch 10 Mal, ob auch wirklich alles gut und richtig und ohne Fehler ist. Du merkst dabei nicht, wie Du außer Atem gerätst und wenn alles erledigt ist, klopfst Du Dir stolz auf die Schulter oder Du bist total unzufrieden, weil es nicht ganz so perfekt ist, wie Du es gerne gehabt hättest. Wenn es ganz doof läuft, sind einige andere Dinge liegen geblieben, um die Du Dich jetzt auch noch kümmern musst… möglichst perfekt, versteht sich.

Wenn ich Dir jetzt sagen würde „Es darf auch unperfekt sein!“, kriegst Du schon wieder eine Krawatte… Und weißt Du was… ich verstehe Dich sehr gut. Ich bin auch durch und durch Perfektionistin und ich weiß, wohin mich der Perfektionismus geführt hat. „Er“ war ein Teil meiner Laufbahn in das Burnout. Heute habe ich „Mr. Perfekti“ weitest gehend im Griff – nicht umgekehrt!

5 – Mache auf gar keinen Fall Pausen!

„Schaffe, schaffe Häusle bauen“ sagen die Schwaben. Es zählt nur eins: Arbeiten, Leistung, Geld verdienen. Der Hauskredit muss gezahlt werden, die hungrigen Mäuler gestopft werden.

Du erwartest viel von Dir und willst etwas im Leben erreichen. Das heißt, Du musst auch mal auf die Zähne beißen. Das Leben ist schließlich kein Zuckerschlecken.

Doch! Das Leben darf auch leicht sein.

Du setzt Dir (smarte) Ziele, leitest To-Do’s daraus ab, legst den Fokus auf Dein Ziel, krempelst die Ärmel hoch und los. Du schuftest was das Zeug hält und erreichst fleißig Deine Ziele. Zwischendrin kommt Dir vielleicht der Gedanke, dass Du ja mal dies oder das für Dich machen könntest. Zum Beispiel ins Fitness-Studio gehen, einen Spaziergang machen, ein leckeres Essen kochen oder was auch immer Dir einfällt, was Dir gut tun würde. Tu es nicht, denn dann verlierst Du die wertvollen Minuten oder Stunden um an Deiner Sache zu bleiben und so erreichst Du Dein Ziel schließlich nie! Also weiter: Mache auf gar keinen Fall Pausen…

… und falle irgendwann um… Entweder ernsthaft krank oder Dir kommt nur noch ein Satz über die Lippen: „Ich kann nicht mehr!“ Besser noch, Du sprichst den Satz gar nicht aus, sondern behältst es für Dich und der Gedanke hängt in Deinem Kopf fest: „Ich kann nicht mehr!“ …

Wenn Du jetzt noch denkst „Hilfe annehmen ist eine Schwäche“… dann wirst Du Deinen Stress wirklich nie los.

6 – Lasse um Himmels Willen keine Gefühle zu!

„Gefühle! Jetzt kommst Du mir wieder mit Gefühlen!“ sagte neulich meine Kundin im Coaching und glücklicherweise mussten wir beide herzhaft über ihren Satz lachen, denn sie hat schon gemerkt, dass das eine ihrer Baustellen ist, warum sie von anderen so hart und stark wahrgenommen wird. Du findest das nicht zum Lachen und denkst genauso? Du hältst nichts von dieser „Gefühlsduselei“ und weißt auch nicht, wofür das gut sein soll. Warum solltest Du über Gefühle reden? Geht schließlich keinen was an! Alles klar. Kenn ich. Habe ich auch gemacht… gute 30 Jahre lang. Vielleicht sogar mehr. Wenn Du Dich nur immer gut und konsequent von den blöden Gefühlen abgrenzt, sie nicht an dich ranlässt und Dir kognitiv alles schönredest, kann es Dir passieren, dass sie Dich irgendwann von innen auffressen. Wenn Du nicht mehr verstehst, was das eigentlich für ein „scheiß“ Gefühl in Dir ist, Du es nicht mehr greifen und benennen kannst, dann wirst Du irgendwann auch die schönen und positiven Gefühle nicht mehr wahrnehmen. Du wirst nicht mehr kommunizieren können, was Du wirklich brauchst. Du wirst nicht für Dich und Deine Bedürfnisse sorgen können. Du wirst irgendwann eine gähnende Leere in Dir finden.

Du willst Deinen Stress behalten? Dann packe weiterhin die Gefühle dahin, wo sie hingehören: Ganz tief in die Kiste und mit Panzerband zukleben. Wird für eine Weile halten.

PS: In diesem Artikel kannst Du zum Ende nachlesen, was Menschen bereuen, wenn sie im Sterben liegen…

Ah – dazu passt auch ganz gut der nächste Tipp:

7 – Rede nicht über Deine Probleme!

Es könnte Dir ja jemand helfen wollen. Dich unterstützen wollen. Dir unter die Arme greifen. Wenn Du jedoch denkst, dass Du damit Schwäche zeigst und Du denkst: „Zähne zusammenbeißen und durch!“ oder „Ich will niemanden damit belasten!“ dann rede weiterhin nicht über Deine Probleme, Ängste oder Sorgen. Bewältige weiterhin alles alleine und beschwere Dich bitte nicht über die Menschen in Deinem Umfeld, die Dir niemals helfen wollen.

8 – Hänge stundenlang am Smartphone und im Internet rum

Wie viele Stunden verbringst Du – in Deiner Freizeit –  im Internet/an Deinem Smartphone? Hast Du darauf schon mal bewusst geachtet?
In Deutschland beträgt die tägliche Nutzungsdauer des Internet im Durschnitt bei 196 Minuten (Quelle: Statista, Zahl aus 2018). Das heißt, dass wir durchschnittlich über 3 Stunden unserer Freizeit im Internet rumhängen – Nachrichten lesen, Videos schauen, in den Sozialen Medien rumscrollen, Nachrichten schreiben, Webinare schauen usw.

Ertappt?
Wenn ja, achte mal darauf, wie oft Du Dich dabei über die Inhalte dessen was du konsumierst, ärgerst. Achte auf Deine Körperhaltung… schmerzt der Nacken schon? Brennen die Augen? Hast Du einen Krampf in den Armen, Händen, der Schulter?

Und weißt Du, was ich richtig schade finde? Wenn ich dann von Leuten höre, dass sie keine Zeit haben – zum Sport machen, zum Energietanken in der Natur, zum Lesen, zum Meditieren, usw.

9 – Ärgere Dich über Dinge, die Du nicht ändern kannst!

Du stehst seit 2 Stunden im Stau und fluchst wie ein Rohrspatz. Du schimpfst über weiß Gott wen. Du malst Dir ununterbrochen aus, was Du stattdessen Sinnvolles tun könntest und zählst die Stunden, die Du jetzt später am Ziel sein wirst. Kannst Du so machen. Und was kannst Du daran ändern? Sofern Du nicht Spiderman, Flash oder Superman bist… nichts.

Du bist im Urlaub. Es regnet seit drei Tagen. Du hasst Regen. Was willst Du dagegen tun?

Karl Valentin sagte:

„Ich freue mich wenn es regnet. Warum? Wenn ich mich nicht freue, regnet es auch…“

Eins meiner Lebensmottos ist:

„Schenke nur den Problemen Deine volle Aufmerksamkeit, gegen die Du wirklich etwas tun kannst.“

Oder Du ärgerst Dich weiter über den Stau, über die verspätete Deutsche Bahn, über den Regen, über… worüber willst DU Dich weiter ärgern und damit Deinen Stress aufrechterhalten?

10 – Setze Dich Dauerlärm aus!

Vor allem dann, wenn Du mit Lärm in Wirklichkeit überhaupt nicht klarkommst. Wenn Du jetzt sagst: „Toll, ich kann meinen Arbeitsplatz nicht leiser machen, weil…“ Oder „Ich kann mein Haus nicht von der Einflugschneise des Flughafens umpflanzen.“ Dann greift wieder das Zitat unter Punkt 9:

Wende Dich den Problemen zu, an denen Du etwas ändern kannst. Sofern Du es willst. Du kannst im Dauerlärm bleiben, den Stress aushalten, darüber einen Tinnitus oder Herzinfarkt bekommen, ein Nervenbündel sein, oder Dir überlegen, welche Möglichkeiten Du bisher noch nicht in Betracht gezogen hast.

Wenn der Lärm einer Großstadt dich zermürbt, mache an verlängerten Wochenenden weiterhin coole Städte-Trips und wundere Dich, warum die 3 Tage so schrecklich anstrengend waren… es sind nicht nur die zu Fuß zurück gelegten Kilometer.


Du hast bis hierhin gelesen? Danke dafür – ich war nicht zimperlich.

Das sind nur 10 Faktoren, mit denen Du Deinen Stress hegst und pflegst. Weitere 10 hätten den Blogartikel gesprengt, obwohl mir noch einiges eingefallen wäre. Möglicherweise hat der ein oder andere Punkt Dir nicht gefallen. Möglicherweise habe ich Dich zum Nachdenken gebracht. Vielleicht fragst Du Dich bei den schwierigen Punkten: Und wie kann ich das ändern? Was muss ich dafür tun?

Ganz einfach:
Es wirklich, wirklich wollen. Für Dich sorgen und es Dir wert sein.

Dass „ganz einfach“ leicht gesagt ist, ist mir sehr bewusst. Das klingt so wie „Entspann Dich mal!“ oder „Sei doch mal gelassener!“ Wenn Du wüsstest wie das „ganz einfach“ geht, würdest Du es längst schon tun.

Wenn Du magst, unterstütze ich Dich dabei, Deinen Stress wirklich loszuwerden.

Herzliche Grüße

Sandra

Dein Leben darf leicht sein.

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