Letzte Aktualisierung 23. Mai 2022

„Hör‘ mir bloß auf mit Meditation und Fantasiereisen“, sagte mein sehr guter Freund als ich ihn um seine Meinung bat. Mein Freund Thomas ist Leiter der Erstausbildung in einem bekannten Finanz-Institut und ich war beauftragt, einen Workshop für Ausbilder zu konzipieren. Also habe ich die Zielgruppe befragt und, unter anderen, auch meinen Freund Thomas: Ich fragte „Was würdest du dir in einem Workshop zum Thema Stressbewältigung wünschen?“

In diesem Artikel zeige ich dir, dass Zeit- und Stressmanagement-Methoden allein nicht helfen, damit du deinen Stress in den Griff bekommst. Du erfährst, welche Erfahrungen ich selbst und auch meine Coaching-Klienten damit gemacht haben und was letzten Endes wirklich geholfen hat, dass Gelassenheit, Leichtigkeit und Freude ins Leben zurückgekehrt sind.

Was ist die Wurzel des Problems?

Thomas steht nicht auf diesen „Meditationskram“, er kann damit nichts anfangen. Das verstehe ich gut, denn das ist nicht jedermanns Sache – auch für viele Frauen nicht.

Vielleicht bist du wie Thomas. Vielleicht bist du wie ich, die jahrelang meditiert hat und Autogenes Training und die Progressive Muskelentspannung praktiziert hat.

Es half mir. Kurzfristig. Die Schwierigkeit dabei: Das Problem ist nicht bei der Wurzel gepackt. Doch was ist die Wurzel des Problems?

Lass mich dir zunächst noch ein paar Beispiele aufzeigen, die zwar hilfreich sind, von denen du vielleicht denkst, dass du das unbedingt machen müsstest und einfach nicht dazu kommst oder es dir einfach nicht gelingen mag. Bevor du nämlich denkst „Ich kriege das nicht auf die Reihe“ oder „Wenn ich nur besser organisiert wäre, dann…“ – also bevor du dich selbst kritisierst – es liegt nicht an dir, du bist okay!

Zeitmanagement-Methoden zur Stressbewältigung

Viele meiner Kunden berichten mir, welche Methoden sie alle schon ausprobiert haben. Es tauchen immer die gleichen Namen auf. Auch ich kenne sie (fast) alle. Ich war top organisiert:

  • Mit Outlook habe ich E-Mails und Aufgaben organisiert, kategorisiert, nachverfolgt.
  • Die „Getting Things Done“ (GTD) Methode habe ich angewendet und tue es bis heute.
  • Das Pareto-Prinzip mit seiner 80/20-Regel kenne ich schon ewig, half mir aber nicht.
  • Das Eisenhower-Prinzip mit seiner Einteilung nach Wichtigkeit und Dringlichkeit, bzw. A-, B-, C-, D-Aufgaben habe ich unbewusst sowieso schon angewendet, es noch intensiver nachzuverfolgen…: nur der Gedanke daran hat mich noch mehr gestresst.
  • Die Pomodoro-Technik, die besagt „Stelle dir einen Timer auf 20 Minuten, bleibe an dieser einen Sache und mache eine Pause“ … ich bin kläglich gescheitert.

Hinzu kamen Projektmanagement-Tools, Programme zur Selbstorganisation, Ablauf-Pläne, Routinen. Ich habe viel Zeit investiert, mein perfektes Zeitmanagement und meine perfekte Selbstorganisation auf die Beine zu stellen. Im Enddefekt führte es zu

Wenn durch die Stressbewältigung Stress entsteht | Sandra Liane Braun
Wenn durch die Stressbewältigung Stress entsteht

Stress mit der Stressbewältigung

Was ist passiert? Ich fand mich in einem Optimierungswahn wieder. Es trieb mich der Gedanke „Ich muss das alles nur besser in den Griff kriegen, dann habe ich auch mehr Zeit und arbeite effektiver!“

Dass diese Annahme falsch ist, das beobachte ich auch regelmäßig bei meinen Kunden. Entweder sind sie überorganisiert und laufen am Limit oder sie verurteilen sich selbst, weil sie glauben unorganisiert zu sein und ein schlechtes Zeitmanagement zu haben.

Lass dir von mir sagen:

Du kannst deine Zeit nicht managen.

Und

du kannst deinen Stress nicht managen.

Ich möchte dich nicht desillusionieren und dir auch nicht die letzte Motivation nehmen. Ich möchte dich davor bewahren, dass du dieser Möhre hinterherläufst und dabei auf der Strecke bleibst, weil das Problem nicht an der Wurzel angepackt ist.

Stressmanagement und Stressbewältigung

Beide Begriffe stehen für Methoden und Bewältigungsstrategien um psychischen und physischen Stress zu reduzieren oder abzubauen. Es gibt zahlreiche Methoden und sie können wirklich hilfreich sein, wenn es darum geht, die Widerstandsfähigkeit (Resilienz) aufzubauen oder zu erhalten und die Selbstheilungskräfte des Menschen zu aktivieren. Sie verfolgen auch das Ziel, die Leistungsfähigkeit des Menschen zu erhalten oder zu steigern. Die Liste der Methoden ist sehr lang und ich zeige nur einige beliebte auf, ohne näher darauf einzugehen.

Alle Formen der Prävention und die Stressbewältigungsstrategien sind nützlich und hilfreich und gleichzeitig ist es viel einfacher als wir glauben, wenn wir den Stress in den Griff bekommen wollen.

Mit meiner Erfahrung von heute würde ich am liebsten sagen: LASS ES!


Warum sage ich es nicht einfach? Ich polarisiere nicht gerne und ich möchte dir auf gar keinen Fall nehmen, was dir jetzt gerade eine Unterstützung ist. Und auf gar keinen Fall möchte ich dir etwas nehmen, womit du zurzeit gute Erfahrungen machst.

Klarheitsgespräch Gedankenkarussell Sandra Liane Braun
Mit klarer Sicht voraus. Wie du dein Gedankenkarussell anhältst und Klarheit findest

Und was ich leider immer wieder bei meinen Klienten sehe und es auch von mir selbst kenne:

  • Wir bleiben nicht dran.
    Resultat: Wir kritisieren uns selbst, dass wir nicht dranbleiben.
  • Wir wissen das alles, aber fangen gar nicht erst an.
    Es fehlt uns die Zeit oder wir empfinden es als anstrengend immer wieder etwas tun zu müssen, damit es uns gut geht.
    Mit dem Resultat: Wir kritisieren uns wieder.
  • Wir tun ganz viel für uns und haben trotzdem das Gefühl, dass alles leichter sein könnte. Wir fragen uns, was wir denn noch tun müssen, dass es uns bessergeht.
    Resultat: Wir tun noch mehr. Immer in der Hoffnung, dass es mal besser wird. Wir verurteilen uns, wenn wir nicht noch diese und jene Technik ausprobieren, im Glauben, dann wird es bestimmt besser.

Ganz oft spitzt es sich am Ende so zu, dass wir glauben:

  • Erst wenn ich dies oder jenes gemacht habe (das 20. Selbsthilfebuch gelesen, den 10. Kurs gemacht), erst dann kann es (kann ich) besser werden.
  • Erst wenn ich dieses eine Lebensthema (oder mehrere) bearbeitet und hinter mir gelassen habe, erst dann kann es mir gut gehen.

Manche denken sogar: Etwas stimmt mit mir nicht.

DAS IST DIE WURZEL DES PROBLEMS.

Wir denken, wir nehmen wahr, wir fühlen. Und wir bewerten. Wir bewerten uns selbst und die Anderen. Wir fühlen uns schlechter und bewerten weiter. Wir leben und trennen uns immer weiter von uns selbst. Vorhin sagte eine Klientin „ich fühle mich von mir abgeschnitten.“ Ja – das trifft den Nagel auf den Kopf. Apropos Kopf: Der fühlt sich schwer und chaotisch an.

So erlebte ich am Wochenende wieder mal eine Klientin im Retreat. Sie hat gerade gesehen und gespürt, dass sie von Natur aus alles hat was sie braucht. Als sie DAS sehen und spüren konnte, fiel eine jahrzehntelange Last von ihr ab. Ihr Kopf wurde plötzlich leichter und am darauffolgenden Tag sagte sie „Es fühlte sich so an, als ob mein Kopf weinen würde und das war sehr erleichternd!“

Stressbewältigung klingt anstrengend

Und genauso fühlt es sich auch an. Ich hatte genug davon. Jahrelanges Meditieren (was ich damals als Rettungsanker und Lebenselixier empfand), Reflektieren, Schreiben, Laufen und an mir Arbeiten und ich sah kein Ende. Es ging mir recht gut. Der Stress war nicht mehr der gleiche wie früher. Gleichzeitig war ich oft kurz davor und kurz „drüber“ – über diese Schwelle der Erschöpfung.

Heute lebe ich ohne jede Methode, ohne Meditation, ohne Sport (okay, der würde mir körperlich schon gut tun ;-) ) und ohne das Gefühl an mir arbeiten zu müssen. Ich lebe jeden Moment im Hier und Jetzt.

Falls du dir jetzt vorstellst, dass ich wie ein dicker, runder Buddha zwei Meter über dem Boden schwebe und 24 Stunden am Tag mit einem Dauergrinsen im Gesicht rumlaufe, dann vergiss dieses Bild schnell wieder. DAS ist nicht „im Moment sein“. DAS ist nicht im Hier und Jetzt sein.

Es ist das Leben mit allem! Mit guten Tagen und mit doofen Tagen. Mit guter Laune und mit schlechter Laune. Mit Migräne-Tagen und ohne. Mit freudvollen Tagen und mit traurigen Tagen. Eben alles, was das Leben und das Menschsein zu bieten hat. Im Hier und Jetzt bedeutet zu bemerken, wie Gedanken und Gefühle durch uns hindurchgehen, wenn wir sie nicht festhalten. UND MIT ALL DEM fühlt es sich trotzdem leicht an. Leicht und freudvoll an guten Tagen und hoffnungsvoll und weniger schwer an doofen Tagen.

Was ich heute wirklich weiß – im Gegensatz zu davor – ist:

Du bist Tiefen-Okay.

Ich auch.

Du bist Tiefen-Okay Stressbewältigung - Raus aus dem Stress, rein ins Leben | Sandra Liane Braun
Du bist Tiefen-Okay

Unter all dem Lärm, unter allen Sorgen und Ängsten sind wir im Kern heil und okay. Wir sind nicht kaputt. Mit uns ist alles in Ordnung. So wurden wir geboren und haben es bloß vergessen. Dabei kennen wir alle auch Momente, in denen wir genau wissen was das Richtige für uns ist und was nicht. Wir kennen sie und nehmen sie nur noch selten bewusst wahr, weil wir entweder im Außen, oder in unserem Kopf leben und unseren täglichen Geschichten über uns selbst und über die Anderen zuhören.

Unser natürliches Menschsein ist unsere ureigene Kraft- und Energiequelle. Viel mehr als jedes Tool, jedes Werkzeug. Wir haben alles an Bord. Wenn du DAS wieder sehen kannst, dann regeln sich die Dinge fast von allein. Dann ist das Zeitmanagement eine Unterstützerin die dir hilft, ohne dass du die Zeit „im Griff haben musst“. Dann ist eine Entspannungsmethode eine Unterstützerin die du mal nutzen kannst, wenn du das Gefühl hast, dass es dir heute guttut. Ohne, dass du täglich Stunden damit verbringen musst.

Wenn du DAS wieder sehen kannst, dann wirst du dich von Büchern verabschieden und sehen, dass du all die Kurse, die du noch nicht abgearbeitet hast, nicht mehr brauchst.

Du wirst Stress nicht mehr bewältigen müssen, weil du lebst. Mit allem.

Das ist drin. Im transformativen Coaching.

Herzliche Grüße

Sandra

Dein Leben darf leicht sein.

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Dann bist Du herzlich zu einem kostenlosen und unverbindlichen Klarheitsgespräch eingeladen.