„Das gefällt mir nicht Sandra“, sagte meine Kundin zu mir. „Das gefällt mir ganz und gar nicht!“ Und dann sprudelte es aus ihr heraus und ich verstand ihren persönlichen Blickwinkel und noch mehr: Sie hatte eine große Einsicht erlangt.

Was zuvor geschah:

Vor kurzem schrieb ich den Blogartikel „Wie du Glück garantiert nicht findest und 4 Kleinigkeiten die du fürs Leben lernen kannst“ und der begann so:

Mal angenommen – nur so eine Idee – du könntest dir die Welt so machen, wie sie dir gefällt. Damit du ein Leben leben kannst, das dich wirklich glücklich macht!

Was wäre dann anders?

„Welt“ steht für mich hier als Metapher und ich möchte die „Welt“ durch das „Leben“ ersetzen.

Was meiner Kundin nicht gefiel? Das war dieser Satz:

Ich mache mir die Welt wie sie mir gefällt!

Meine Kundin – ich nenne sie Heike – sprach also weiter:

Sandra, dieser Satz „Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt“ gefällt mir nicht. Ich sage dir auch warum: Viele Jahre meines Lebens lebte ich nicht für mich, sondern für andere und für ihre Wünsche. Lange Zeit ging es mir damit gut. Aber dann…

Sie berichtet weiter:

Mein Leben lang habe ich mir die Dinge schöngeredet. Dinge die in meiner Ehe geschehen sind, die nicht in Ordnung waren, habe ich stets so betrachtet, und entsprechend gehandelt, damit andere sich wohlfühlten und dass ich keine Konsequenzen daraus ziehen muss. Ich war immer auf meine Außenwelt fixiert, funktionierte und dachte, wenn es anderen gut geht, dann geht es mir auch gut. Ich habe immer das gemacht, was andere von mir wollten (freiwillig gegeben) und glaubte, dass es meine eigenen Wünsche sind.

Ich fühlte mich jedoch immer so, als ob irgendetwas mit mir nicht stimmt.

Und damit ich mich nicht mit mir selbst beschäftigen muss habe ich mich um alle anderen gekümmert. Meine Eltern, meine erwachsenen Kinder, meinen Ehemann, Freunde und Bekannte. Ich habe mich für sie aufgeopfert, jedem den roten Teppich ausgelegt und jedem tolle Ratschläge gegeben. Warum? Damit mich auch bloß alle lieben und gut über mich reden.

Mein Gott was habe ich mir in dieser Zeit alles angetan und noch dazu die anderen genervt mit meinen ach so tollen Ratschlägen.

Ich habe mir also Jahrzehnte lang meine Welt so gemacht, dass nach außen hin auch nur ja alles glänzt… und habe mich dabei verloren.

Heike redete und redete und ich hörte einfach nur zu. Ich kenne sie nun seit 6 Monaten und heute ist unser letzter Coaching-Termin. Ich war tief berührt und glücklich, denn in ihren Worten erkannte ich, dass sie echte Einsichten hatte und regelrecht erwacht ist.

Sie lebte das Leben einer Anderen

Sechs Monate zuvor kam sie zu mir und sagte noch ganz andere Dinge:

„Sandra, ich weiß überhaupt nicht wer ich bin!“

Seit einem Jahr ist sie von ihrem Mann geschieden und trauert der Ehe immer noch hinterher. Sie ist durch ein ganz tiefes Tal gegangen, war monatelang nicht arbeitsfähig.

Sie sagte, dass es ihr nicht an Zeit mangele um schöne Dinge zu unternehmen. Das Problem ist, dass sie nichts mit ihrer Zeit anzufangen weiß. Sie wusste überhaupt nicht, was ihr – und zwar nur ihr – Freude macht, Spaß bereitet, wofür sie sich interessiert.

Ihre sehnlichsten Wünsche?

Ich möchte nicht alleine sein.“ Sie wünschte sich, dass sie von Herzen lachen kann und Spaß haben kann. Dass sie ein sinnvolles, glückliches Leben hat – „mit Menschen, die mich so lieben wie ich bin.“ Und: „An einem schönen, ruhigen Ort leben“.

Ihre größten Herausforderungen beschrieb sie so:

  • Struktur in mein Leben bekommen.
  • Den Mut, Grenzen zu setzen – ohne andere Menschen und mich selbst zu verletzen.
  • Selbstbewusstsein.
  • Selbstliebe spüren.
  • Mit meinen Gefühlen umgehen können.

Das war der Beginn ihrer Reise, bei der ich sie begleiten durfte.

Lebst du dein Leben?

Und als sie mir sagte, dass sie diesen Satz „Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt“ nicht mag, huschte mir ein Lächeln durch mein Gesicht, denn es war so schön ihr zuzuhören, was sich ihr in den letzten Monaten gezeigt hat. Ich bin ihr ebenso dankbar dafür, dass sie mir einen Perspektivwechsel geschenkt hat, denn für mich bedeutet „Ich mache mir die Welt wie sie mir gefällt“ nur eins:

Ich lebe MEIN Leben.

Für sie war der Satz ein Spiegel ihres bisherigen Lebens, in dem sie NICHT IHR LEBEN gelebt hat.

Was es bedeutet, DEIN LEBEN zu leben, beschreibe ich in dem zuvor genannten Artikel.

Heike und mich verband etwas, das wir zu Beginn unserer Zusammenarbeit festgestellt haben. In unserem ersten Coaching formulierte sie ganz vorsichtig „Ich habe mich immer ‚anders‘ gefühlt“. Sie meinte damit „anders als die Anderen“, „anders als ihre Familie – nicht zugehörig“. Ich nickte und versicherte ihr, dass ich genau weiß was sie meint. Das überraschte sie.

Du fühlst dich „Anders“, wenn du nicht dein Leben lebst!

„Ist doch kein Wunder, dass ich mich immer anders gefühlt habe… Ich habe ja auch nicht MEIN Leben gelebt!“ – war meine ganz persönliche Erkenntnis! Ich habe mich von Glaubenssätzen und „falschen“ Bildern leiten lassen. Als Teenager habe ich mich mit „Freunden“ abgegeben, die gar nicht auf meiner Wellenlänge waren (und auch nicht gut mit mir umgegangen sind). Gedanke: Besser diese Freunde, als alleine zu Hause zu sitzen. Als junge Frau wurde ich in eine leitende Führungsposition befördert, ohne dass das jemals mein Ziel war. Gedanke: Hey – wenn ich so viel Geld verdiene, dann kann ich ein gutes Leben führen… Ohne darüber nachgedacht zu haben, was für mich ein „gutes Leben“ überhaupt ausmacht. Später habe ich mich in einem beruflichen Umfeld bewegt, in dem ich mit den Kollegen „irgendwie“ nichts anfangen konnte – andere Ansichten, andere Gewohnheiten, andere Ziele, andere Gespräche und vieles mehr. Es spricht überhaupt nichts dagegen, dass das so ist und gleichzeitig habe ich mich nicht wohl gefühlt. Gedanke: Stell dich nicht so an und hör auf, dich für etwas Besseres zu halten! Und: Du hast hier einen sicheren Job.

Rückblickend würde ich meinem damaligen Ich sagen: Hey – wenn du dich hier nicht wohlfühlst, dann gehe woanders hin. Mein damaliges Ich jedoch blieb und fühlte sich weiterhin unwohl.

Ein paar Jahre und Einsichten weiter fühle ich mich nicht mehr anders. Meiner Kundin geht es ebenso.

Als wir uns nach dem letzten Coaching-Termin verabschiedet haben, haben wir ihre Erfolge gefeiert. Hier ein kleiner Auszug:

  • Ich bin viel selbstbewusster als vorher.
  • Ich habe schon ein wenig Selbstliebe gespürt.
  • Ich entdecke immer wieder Neues an mir – das ist jedes Mal eine schöne Überraschung.
  • Ich bin so wie ich bin – ich setze keine Maske mehr auf.
  • Und hey – ich bin ein wundervoller Mensch!
  • Ich bin viel lockerer geworden und körperlich nicht mehr so angespannt.
  • Ich bin innerlich ruhiger geworden.
  • Ich feiere meine Unabhängigkeit.
  • Ich kann mit mir alleine sein.
  • Ich brauche niemand Anderen um meinen Tag zu gestalten – ich kann alles alleine machen.
  • Ich feiere, dass ich geliebt werde so wie ich bin.

Und ihren letzten Satz sagte sie mit Freude und Stolz:

„Ich feiere, dass ich den Mut hatte mir Hilfe zu holen!“

Dass es Mut braucht, verstehe ich sehr gut. Sich Hilfe zu holen verbinden viele Menschen mit Schwäche. Ich war auch so ein Mensch – damals vor fast 20 Jahren im Burnout. Heute weiß ich:

Hilfe anzunehmen ist eine Stärke!

Es gibt Situationen im Leben, die musst du nicht alleine bewältigen, auch wenn eine innere Stimme dir ständig sagt, dass du das alleine schaffen musst!

Heike sagte zum Abschied:

Leben

„So – die Sonne scheint und ich werde jetzt gleich rausgehen und mir einen Spielplatz aussuchen auf dem es eine Schaukel gibt. Ich habe jetzt Lust zu schaukeln. Und mir ist egal, was andere über mich denken, wenn sie mir dabei zuschauen!“

Für mich persönlich ist die Schaukel ein Sinnbild für die pure Lebensfreude.
Ich liebe es auf einer Schaukel zu sitzen und in die Luft zu fliegen – auch das verbindet mich mit Heike.

Sei wie Heike: Lebe DEIN Leben und springe auf die Schaukel des Lebens. Sie erwartet dich bereits.

Herzliche Grüße

Sandra

PS:
Meine Kundin bleibt anonym und hat zugestimmt, dass ich ihre Geschichte erzählen darf.

Dein Leben darf leicht sein.

Möchtest Du raus aus dem Stress und rein in DEIN Leben?
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