Engelchen und Teufelchen

„Ich muss irgendwie lernen Stress zu vermeiden“ habe ich Menschen schon häufig sagen gehört. Die schlechte Nachricht: Stress vermeiden funktioniert nicht! Die gute Nachricht: Du kannst Deinen Stress reduzieren.

Du kannst Stress reduzieren,

  • indem du lernst anders mit den Dingen umzugehen, die dich stressen.
  • Du kannst lernen, dich zu fokussieren.
  • Du kannst vieles verändern, du kannst jedoch nicht die Anderen verändern!

Falls du jetzt denkst „Nein – ich kann definitiv nichts daran ändern, weil… die Arbeit, mein Partner, die Kinder und und und…“ dann ist dieser Artikel nichts für dich. Jedes „aber“ hindert dich daran wirklich nach Lösungen zu suchen. Jedes „aber“ hindert dich daran, deinen Blickwinkel zu verändern. Jedes „aber“ treibt dich tiefer und tiefer in deinen Stress. Willst du das?

Was Stress eigentlich ist, und welche Stressmacher es in deinem Leben gibt, habe ich in verschiedenen Artikeln schon beschrieben (zum Beispiel hier, hier und hier).

Unterschieden werden zwei Arten von Stress:

Der „gute“ Stress und der „schlechte“ Stress – sozusagen „Engelchen und Teufelchen“

Es gibt diese Art von Stress, die uns beflügelt – der sogenannte Eustress (griesch. Vorsilbe „eu“ = „gut“). Es gibt zwar jede Menge zu tun und die Zeit ist eng getaktet, aber deine Arbeit oder die Tätigkeiten machen dir Spaß und du bist mit Freude dabei.

Ich erlebe das ganz oft in meinem Tun und achte stets darauf, dass dieser „gute Stress“ nicht umschlägt. IStress vermeiden funktioniert nicht!ch bin stets voller Freude an meiner Arbeit, so dass ich nicht merke wie die Zeit vergeht. Dann will ich dies und jenes noch fertigbringen und merke, dass ich auch noch „tierisch Bock“ drauf habe das Angebot fertig zu machen und eine Konzept-Idee zu Papier bringen… Aber ACHTUNG! Ganz schnell passiert es dann, dass ich sehr müde und mit leerem Kopf auf dem Sofa lande, vorm Fernseher einschlafe oder im Bett nicht zur Ruhe kommen. Stattdessen wäre es auch mal gut an die frische Luft zu gehen oder Hausarbeit machen, bei der der Kopf mal abschalten kann. Wenn ich mich aber fokussiere – sowohl auf mich, als auch auf konkret formulierte Ziele und To-Do’s für DIESEN EINEN TAG – ist die Gefahr, dass der gute Stress nicht in schlechten Stress umschlägt.

Und dann ist da der Stress, der so richtig spürbar ist – und zwar negativ – der sogenannte Disstress (griesch. Vorsilbe „dis“ = „schlecht“). Er ist körperlich, geistig und seelisch über einen längeren Zeitraum, sehr belastend. So sehr, dass er letztlich in ein Burnout führen kann.

Hier einige Tipps zum Umgang mit Stress – dem „guten“ (der für dich erstmal kein Stress ist) und dem „schlechten“ (den du sehr unangenehm spürst)

Wenn Du deine Arbeit liebst und vor lauter Freude den Feierabend verpasst. Wenn du genau das gar nicht als Stress empfindest, dann lerne, achtsam mit dir zu sein.

  • Fokussiere:
    • Frage dich und visualisiere: Auf welche Aufgaben, auf welches Projekt möchte ich diese Woche den Fokus legen?
    • Frage dich und visualisiere: Was will ich am Ende der Woche erreicht haben?
    • Leite To-Do’s ab – verteilt auf die ganze Woche.
    • Achtung: Setze dir realistische Ziele!
      Mir ist es lange Zeit passiert, dass ich mir viel zu viel vorgenommen habe, mit dem Resultat: Am Ende der Woche war ich gefrustet, weil ich nicht alles erledigt habe, was ich mir vorgenommen habe und am Montag der darauf folgenden Woche bin ich schon demotiviert gestartet!
    • Frage dich am Ende der Arbeitswoche und visualisiere: Was ist Gutes passiert? Worin war ich erfolgreich?
      Das ist nämlich das, was wir allzu gerne vergessen… vielleicht weil „Eigenlob stinkt“? Probier es aus und du wirst überrascht sein, was du geschafft hast, auch wenn es sich zunächst gar nicht danach angefühlt hat!
  • Gönne dir Pausen – z. B. zwischen verschiedenen Aufgaben.
    Stelle dir einen Timer, der dich z. B. jede Stunde an eine Pause erinnert (den auf deinem Smartphone oder einen Online-Timer (z. B. den e.ggtimer)
    Und wenn es nur 5 Minuten sind,

    • in denen du dich mal ans geöffnete Fenster stellst und frische Luft atmest.
    • Oder 5 Minuten mit ein paar Körperübungen – strecken, dehnen, bewegen (dafür gibt es tausende Seiten im Internet oder Apps für dein Smartphone).
    • 5 Minuten irgendetwas anderes tun (in meinem Home-Office nutze ich solche Pausen sogar um die Wäsche zu machen 😉 ).
    • 5 – 10 Minuten eine Entspannungsmethode anwenden – Meditation, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder Atemtherapie (Schau mal bei Youtube oder in deinem Appstore, bei Hörbüchern und CDs).
    • Oder spaziere einmal um den Block.

Wenn DU nur den „schlechten“ Stress kennst, dann darfst du in dich hineinschauen:

  • Stelle dir mal Frage: Wie zufrieden bin ich gerade?
  • Die nächste Frage: Wie zufrieden wäre ich gerne?
  • Und dann: Was kann ich daran ändern?

Du bist der Meinung, dass du NICHTS ändern kannst?
Ganz sicher hindern dich deine Glaubenssätze daran. Hier lohnt es sich, genauer hin zu schauen. Lust auf einen Test? Hier entlang: Glaubenssätze – Selbstreflektion und Lösungen

  • Auch für dich gelten die Tipps, die ich beim „guten“ Stress genannt habe.
    Wenn du jetzt sagst „das geht aber nicht!“, dann nimm dir die Zeit (für dich) und klicke doch auf den Test, der auch Lösungsvorschläge enthält.

Stress ist okay!

  • Spreche darüber! Mit deinem Chef, mit deinen Kollegen, deinem Partner oder deinen Kindern – je nachdem wie alt sie sind. Wenn ich sage „spreche darüber“, dann meine ich aber weder klagen noch jammern.

„Ich muss alles alleine machen“ / „jeder will was von mir“ / „immer soll ich alles machen“ / usw.

  • Überlege dir vorher KONKRET was anders sein soll.
    Wie können die Anderen dich unterstützen? – denke dabei an deine hindernden Glaubenssätze.
  • Spreche die betreffenden Personen an. Klage sie nicht an, sondern spreche in ICH-Botschaften:
    Zum Beispiel:

„Ich fühle mich unwohl mit…“ / „Ich wünsche mir Unterstützung bei…“ / „Ich brauche deine Hilfe weil…“

Stress ist okay! – Damit meine ich:
Du musst nicht alles aushalten, du darfst darüber sprechen und du darfst dir Hilfe nehmen. Stolz ist an dieser Stelle nicht angebracht, denn es geht um Deine Gesundheit. Anstatt „keiner darf‘s wissen…“ Sorge für dich. Denke zum Beispiel an den Fall Robert Emke – der Fußballprofi, der an Depressionen litt und keiner durfte es wissen. Für ihn gab es nur noch einen Ausweg. Nun möchte ich dir keine Depression oder Suizid anheften – doch jahrelanger Stress kann zum Zusammenbruch führen, ins Burnout und ganz schnell ist damit auch eine Depression im Spiel. Also: Stress ist okay und du darfst darüber sprechen.

Stress ist noch viel mehr als „nur“ Glaubenssätze – ganz viele Blickwinkel findest du hier auf dem Blog und natürlich und ganz besonders – in dir selbst, in deinem Leben. Dies zu verändern liegt in deiner Hand.

Bleibe gesund.

Von Herzen,

Sandra

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