Stressmacher

Ist Ihnen eigentlich bewusst, wer oder was Ihre Stressmacher sind?
Viele Menschen sagen „die Arbeit ist so stressig“ oder „die Doppelbelastung Vollzeit-Job und Familie stresst mich“. Das sind meist die „Stressmacher“, die uns wirklich bewusst sind, die „greifbar“ sind. Es gibt da noch ganz andere Stressmacher! Welche? Über einige davon, und wie sie diesen Stressmachern aus dem Weg gehen, erfahren Sie heute in diesem Blog-Artikel.

Achtung! Das ist eine Warnung! Dieser Artikel könnte zur Spaßbremse werden.

Vorweg sei gesagt: Es geht mir nicht darum, mit erhobenem Zeigefinger und ganz schlau daher zu kommen. Es geht mir darum Stressfaktoren in Ihren Blickwinkel zu setzen, deren sich die meisten Menschen nicht oder nur gering bewusst sind.

In diesem Artikel geht es um Ihren Lebensstil & und Ihre Gewohnheiten

StressmacherFalls ich damit zur Spaßbremse werde, werde auch ich beichten, was ich alles tu und lasse! Denn trotz achtsamen Umgang mit mir selbst, bin ich weder ein Engel, noch eine heilige Kuh und schon gar nicht perfekt 😉

Es gibt jede Menge schlechte Gewohnheiten, die im Körper „Stress“ auslösen, die gerne auch mit Genuss in Verbindung gebracht werden. Hier sind 7 Stressmacher, dabei ist die Reihenfolge willkürlich gewählt und stellt kein Ranking dar.


Stressmacher Nr. 1:

Die gute Zigarette!

Rauchen Sie? Hören Sie auf damit! Wenn nicht, scrollen Sie einfach weiter 😉
Ja ich weiß, toller Tipp! Entweder sie rauchen so richtig gerne und möchten gar nicht aufhören, oder Sie wissen nicht wie.

Als ich dem Burnout immer näherkam, wurde die Anzahl der Zigaretten immer höher. Ich war im (abhängigen) Glauben, dass mir jede Zigarette für diese Minuten, in denen ich sie in der Hand hielt, Entspannung schenkt. Wäre ich ehrlich zu mir selbst gewesen, hätte ich mir eingestanden, dass mich jeder Zug nur noch nervöser machte. Ich machte keine Frühstückspause, weil ich glaubte, dazu keine Zeit zu haben. Eine schnelle Zigarette ging immer. Als ich mich eines morgens um 05:00 Uhr, auf dem Weg zur Frühschicht, rauchend in meinem Auto ertappte, ekelte ich mich vor mir selbst. Selbst das reichte nicht aus, um einfach aufzuhören. Ich merkte, dass das Nikotin mir nicht gut tat – in vielerlei Hinsicht. Geholfen hat mir das Buch „Endlich Nichtraucher“ von Allen Carr. Ich bin seit 16 Jahren rauchfrei und glücklich damit. Und trotzdem erinnert sich das Suchtgedächtnis in bestimmten Situationen daran, wie „toll jetzt eine Zigarette wäre“ – aber der Teufel Nikotin, der kriegt mich nicht mehr!

Stressmacher Nr. 2:

Entspannung vor dem Fernseher!

Wie viele Stunden am Tag verbringen Sie vor dem Fernseher?

Die durchschnittliche Sehdauer der Deutschen lag im Jahr 2017, laut der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF), bei 221 Minuten pro Tag (Quelle: © Statista 2018)

Das sind fast 4 Stunden pro Tag! 4 Stunden, in denen Sie Sport machen könnten, lesen oder einem anderen Hobby nachgehen.
… und dann jammern so viele Leute, sie hätten keine Zeit.

Auch bei mir lief irgendwie „immer“ der Fernseher und ständig ärgerte ich mich über diverse Sendungen, die nichts als Müll waren und sind. Irgendwann bemerkte ich, wie sehr mich diese „Dauerbeschallung“ nervt und stresst. Sowohl die Geräuschkulisse, als auch die schnellen Bildwechsel – insbesondere in Action-Filmen. Heute läuft der Fernseher nur noch am späten Abend, mit ausgewähltem Programm (solches, das ich selbst nicht als „Müll“ bezeichne).

Stressmacher Nr. 3:

Im Internet surfen!

Wie viele Stunden verbringen Sie – in Ihrer Freizeit –  im Internet?

Die Ernest & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mbH führte 2017 eine Befragung unter 1.400 Deutschen durch. Das Ergebnis:
Im Durchschnitt sind die Deutschen 1,6 Stunden am Tag mit dem Smartphone online, auf den Laptop entfallen 1,1 Stunden, auf den klassischen Desktop-Computer 1,0 Stunden. Insgesamt verbringen die Befragten durchschnittlich rund 4,4 Stunden pro Tag online. In den deutschen Haushalten befinden sich im Schnitt 4,3 internetfähige Endgeräte.

Ist Ihnen bewusst, wieviel Energie Sie damit Ihrem Körper entziehen?

Achten Sie mal auf Ihre Körperhaltung, Ihren Rücken, Arme und Hände.
Achten Sie mal auf die Inhalte, von denen Sie sich berieseln lassen. Gehören Sie zu den Menschen, die sich furchtbar über diverse Nachrichten, Meldungen und private Posts in den Sozialen Medien aufregen? … wie wertvoll wäre stattdessen ein Spaziergang, Sport, ein gutes Buch oder ein Hobby, dass Ihnen Freude und Sinn schenkt?

Ui ui ui… auch bei mir ein kritisches Thema! Hier darf ich mich regelmäßig daran erinnern, dass ich mir mein Verhalten bewusstmache. Abends und am Wochenende hänge ich gerne am Smartphone rum und scrolle mich durch die Sozialen Medien… unglaublich, wie viel kostbare Zeit dabei draufgeht!
Da ich Frühstück und Mittagessen während der Woche alleine einnehme, hat es sich eingeschlichen, dass ich mir Gesellschaft übers Smartphone mit an den Tisch nehme… und schon wieder scrolle ich mich durch Facebook und checke meine Mails. Achtsam sein ist anders.

Seit drei Wochen habe ich mein Verhalten verändert. Verboten habe ich mir nichts, sondern immer dann, wenn der Impuls kommt, zum Smartphone zu greifen, stelle ich mir die Frage: „Willst du das jetzt wirklich?“ und „Zu welchem Zweck?“. Mit diesem Bewusstsein, hat sich mein Verhalten verändert. Kein Blick in diverse Apps, bevor ich am Schreibtisch sitze. Kein Smartphone während dem Essen und am Abend mit Bedacht. Ich fühle mich freier, entschleunigt und tatsächlich auch weniger gestresst!

Stressmacher Nr. 4:

Alkohol!

Wieviel Alkohl trinken Sie?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung schreibt:
Es gibt offizielle Empfehlungen für sogenannten risikoarmen Konsum. Für Frauen liegen die Grenzwerte bei 12 Gramm reinen Alkohols täglich, so viel steckt in einem kleinen Glas Bier (0,25l) oder Wein (0,1l). Männer dürfen 24 Gramm zu sich nehmen, das ist ein halber Liter Bier oder zwei kleine Gläser Wein. Für alle gelten zusätzlich zwei alkoholfreie Tage in der Woche. Wenn Sie sich als gesunder Erwachsener daran halten, bleibt das Risiko für gesundheitliche Schäden gering.“ (siehe Artikel: Kenn dein Limit – Alkohol)

Hand aufs Herz: Wie ist Ihr Verhalten? Machen Sie mal den Selbst-Test: Wie ist mein Umgang mit Alkohol einzuschätzen?

Sie dürfen mir glauben – ich bin ein echter Genussmensch! Ich liebe das Essen und liebe es, einen leckeren Wein zu trinken und ich tu es. Im Sommer ein kühles Bierchen – fantastisch! Doch Vorsicht: Die Menge macht’s! Und ich behaupte auch: Der Zeitpunkt ist entscheidend!

Wenn Sie jeden Abend, nach einem echt stressigen Tag, das Bedürfnis haben „nun gönne ich mir aber mal ein gutes Glas Wein/Bier/Whisky!“ (oder was auch immer).
Bleibt es bei einem Glas? Wie häufig kommt das vor? Aus welchem Grund trinken Sie wirklich? Welches Gefühl steckt wirklich dahinter?

Es gab eine Zeit, in der es mir nicht gut ging. Ich hatte viele Sorgen, war traurig und teilweise hilflos. Zu diesem Zeitpunkt machte ich mir bewusst, was es gerade jetzt bedeuten würde, wenn ich das geliebte Gläschen Rotwein am Abend trinken würde. Ich ließ es sein. In schwierigen Lebenssituationen Alkohol zu trinken – der „gefühlt“ der Entspannung dient – führt ganz schnell in eine Abhängigkeit. Aus einem Glas Wein jeden Abend, wird ganz schleichend, eine ganze Flasche. Aus einem Glas Bier am Abend werden ganz schnell 3 dann 5 und so weiter. Ich habe im Pflegeberuf auch alkoholkranke Menschen betreut, Sie möchten nicht wissen, was ich in diesem Zusammenhang gesehen und erlebt habe… ich empfand es schlimmer, als Menschen sterben zu sehen.

Stressmacher Nr. 5:

Medikamente!

Bekämpfen Sie Ihren Stress mit Medikamenten? Mit Aufputschmitteln, Beruhigungsmitteln oder mit dem ADHS-Medikament Ihres Kindes?

Wenn Sie so weit sind, dann ist das die höchste Alarmstufe! Hören Sie auf damit!  Die Einnahme von Medikamenten dieser Art führt in die Abhängigkeit und zieht Persönlichkeitsveränderungen mit sich.

Es kann nicht sein, dass Sie wegen Überlastung im Job oder wegen Job-Sorgen zu Schlaf- und Beruhigungsmitteln greifen!
Es kann nicht sein, dass Sie zu Aufputschmitteln greifen, nur um im Job konzentriert- und leistungsfähig zu sein! Etwas läuft falsch!

Sie können sich nicht vorstellen, dass Menschen so etwas tun?
Erschreckenderweise gibt es hierzu kaum Berichte, denn diese Form der Sucht (nichts Anderes ist es) ist erst in den letzten paar Jahren enorm angestiegen und sehr schwer greifbar, denn die verschreibungspflichtigen Medikamente werden von Ärzten verschrieben. Wenn die Krankenkasse hierfür nicht zahlt (wegen fehlender, eindeutiger Diagnose), wird es eben auf Privat-Rezept verschrieben.

Woher ich das weiß?
In den vergangenen Jahren habe ich mit einem Spezialisten für Suchtprävention in Unternehmen zusammen gearbeitet, der auch als Therapeut in der Suchthilfe tätig war. Er kennt nicht nur Statistiken, sondern die wahren Fälle.

An dieser Stelle kann ich nur sagen: Das war für mich wirklich noch nie ein Thema! Vielleicht, weil ich durch meine Arbeit erlebt habe, was diese Medikamente mit Menschen machen. Es gibt psychische Erkrankungen, da geht es nicht ohne – aber auch hier sind das nicht alle Erkrankungen.  Stress ist keine Krankheit!

Übrigens:
Leistungsfähig und wach, fühle ich mich durch tägliche Meditation.

Stressmacher Nr. 6:

Null Aktivität!

Wie aktiv sind Sie?

Bewegung ist wichtig! Und zwar in doppelter Hinsicht!
Verspannungen, Schulter- und Nackenschmerzen, Rückenschmerzen, ein Zwicken mal hier und mal da. Kennen Sie bestimmt auch – oder? Gerade bei sitzenden Tätigkeiten (Büroarbeitsplatz u. a.) frieren wir regelrecht ein – und zwar in ungesunden Haltungen. Wir werden steif und Körper schlägt Alarm. Aber auch der geistige Stress, dem wir in verschiedensten Arten ausgesetzt sind, führt zu diesen und anderen diffusen Schmerzen.

Bewegung ist aber nicht nur für unseren Haltungsapparat wichtig, sondern auch, um Stress abzubauen! Und zwar das „Stresshormon“ Cortisol, dass nur durch körperliche Bewegung abgebaut werden kann (Wie Stress entsteht und was das mit Hormonen zu tun hat, habe ich in diesem Artikel geschrieben!)

Über 20 Jahre lang, habe ich so gut wie keinen Sport gemacht. Ich hatte immer tausend Gründe, warum es gerade jetzt nicht geht. Seit 4 Jahren laufe ich ein- bis zweimal pro Woche. Hier und da gab’s zusätzlich Reha-Sport oder Yoga. Egal was. Bewegung tut gut.

Letzte Woche habe ich mir selbst, wegen einem Projekt, gedanklichen Stress gemacht. Ich bemerkte, dass ich schon morgens mit Projekt-Gedanken aufgewacht bin und dass ich innerlich total unruhig bin. Eine Stunde später war ich im Wald und bin meine Runde gelaufen. Danach fühlte ich mich innerlich ruhig und der Kopf war frei. Was habe ich getan? Das Stresshormon Cortisol fein, sauber abgebaut! Das Projekt ist übrigens nicht weggelaufen… es liegt immer noch neben mir auf dem Schreibtisch 😉

Stressmacher Nr. 7:

Null Interessen & kein Hobby!

Ich bin mir sicher, Sie haben Interessen und vielleicht sogar ein Hobby. Aber… gehen Sie Ihren Interessen nach oder verschieben Sie sie stets auf später? Wann ist dieses später?

Interessen und Hobbies alleine führen zwar nicht zur „Work-Life-Balance“, aber sie tun ihren Teil dazu und dafür. Wie ist das bei Ihnen?

  • Was bringt Ihnen Entspannung?
  • Womit beschäftigen Sie sich gerne, aber viel zu selten?
  • Wer kann Ihnen Zeit für sich schenken?
  • Was braucht’s noch?

Wenn Sie JETZT Ideen haben – dann los!

Mein Ausgleich?
In der Natur sein. Spazieren gehen. Wandern.
Allerdings merke ich, dass ich meiner Leidenschaft – dem Malen – schon lange nicht mehr nachgekommen bin… Ich finde viele Gründe, Zeit zum Lösungen suchen!

Das waren die 7 Stressmacher.

Und wissen Sie was? Sie ahnen es:
Es gibt noch deutlich mehr, als nur die schlechten Gewohnheiten. Nach und nach werde ich hier darüber schreiben und sie aufdecken, damit Sie Ihren Stressmachern auf die Spur kommen.

In diesem Sinne:
Ran an die schlechten Gewohnheiten! Und bitte: Ich möchte nicht den Zeigefinger erheben, sondern BEWUSSTSEIN schaffen, damit auch Sie hier und da innehalten und sich ihr Verhalten BEWUSST machen. Das ist ein Aspekt im ACHTSAMEN Umgang mit sich selbst.

Bleiben Sie gesund!

Ihre
Sandra Liane Braun

 

 

 

2 thoughts on “7 Stressmacher, die Sie nicht kennen!

  1. Hallo Sandra,

    tausend Dank für die Bewusstseinsbildung über dieses wichtige Thema! Ich habe erst vor ein paar Tagen einige Apps (Facebook, E-Mails etc.) vom Handy gelöscht, weil ich ungelogen jeden Morgen ca. eine Stunde – noch im Bett – am Smartphone herumgescrollt habe. Jetzt spüre ich schon die Entzugserscheinungen! ;D Aber das kann es echt nicht sein. Auch Fernsehen und Internet sollen eingeschränkt und Bewegung und Hobbies verstärkt werden. Danke für den nötigen Schubser! Wir sollten alle mehr Wert auf Achtsamkeit im Alltag legen, und zum Glück wird dieses Thema gerade immer trendiger. Toller Artikel! 🙂

    GLG aus Wien,
    Lilli

    1. Hey Lilli 😀 Mein Herz hüpft gerade vor Freude, weil dich der Artikel so angesprochen hat 😀
      Wenn du möchtest, biete ich dir eine private Challenge an:
      Überlege dir konkret, wann du NICHT am Smartphone hängen willst (und/oder Fernseher). Bei jedem Griff zum Phone oder zur TV-Fernbedienung stelle dir bewusst die Frage, ob du das jetzt wirklich willst und warum. Was ist die Challenge dabei? Du berichtest MIR jeden Morgen vor der Arbeit, wie es am Vortag geklappt hat (durch das Medium deiner Wahl). Die Dauer der Challenge kannst du selbst festlegen: 7, 14 oder 21 Tage.
      Das ist mein Angebot an dich für mehr Bewusstheit und Achtsamkeit. Melde dich, wenn du Lust drauf hast 🙂
      Liebe Grüße
      Sandra

Schreibe einen Kommentar