Stressfolgen

Warum Du die weder kennen noch haben willst? Es kann sein, dass ich meinen Finger in eine Wunde lege. Die Wunde heißt: „Jaaaa, ich weiß, aber…!“ Die „Ja-Aber-Wunde“ – kennst Du nicht? Na dann lege ich mal los mit den Dingen, die viele Menschen leider nicht hören wollen: Die typischen Folgen von Stress.

Weißt Du eigentlich, was Du Deinen Körper antust, wenn Du ständig unter Stress stehst?

Ich warne Dich vor: Dieser Artikel ist zynisch. Ähnlich hässlich wie die Fotografien auf Zigarettenschachteln.

Wenn Du ein verantwortungsvoller Mensch bist, dann liest Du jetzt weiter. Es geht um Deine Gesundheit!

 „Manche Menschen gehen mit ihrer Gesundheit um, als hätten sie noch eine zweite im Keller!“

Der Spruch ist nicht von mir, ich finde ihn aber sehr treffend.

Ich beobachte immer wieder, dass Menschen Raubbau mit ihrem Körper betreiben. Gesundheit wird als selbstverständlich hingenommen und nichts im Leben wird verändert. Ist ja auch viel bequemer so. Das blöde ist ja: So lange Dir nichts weh tut, ist ja alles in Ordnung. Erst wenn Schmerzen darauf deuten, dass etwas nicht in Ordnung ist, werden wir vielleicht mal hellhörig und gehen vielleicht sogar zum Arzt. Vielleicht.

Es gibt allerdings einige Krankheiten, die tun ums Verrecken nicht weh!

Du denkst jetzt „prima“? Falsch gedacht!

Da schlummert zum Beispiel ein Diabetes in dir rum, treibt sein Unwesen und du merkst nichts! Vielleicht ist Dir aufgefallen, dass Du nachts häufiger auf die Toilette musst, denkst dir aber „ich habe ja auch viel getrunken“. Schmerzen hast du keine. Und trotzdem: Unentdeckt kann der Tag kommen an dem du mit einer Hypo- oder Hyperglykämie (extrem niedriger oder extrem hoher Blutzucker) einfach umkippst. DAS kann lebensbedrohlich sein!

Tipp:
In der Krankenpflege-Ausbildung habe ich gelernt:
Viel trinken und dann viel pinkeln= alles okay!
Viel pinkeln und dann viel trinken = Diabetes mellitus!

Ein kleiner, sehr entscheidender Faktor, den Du Dir selbst bewusst machen kannst, wenn Du Dich beobachtest. Trifft der zweite Fall auf Dich zu: Ab zum Arzt!

Es muss aber nicht immer gleich so schlimm kommen… Mindestens genauso gefährlich sind die Langzeitfolgen eines unbehandelten Diabetes: Es folgen Leber- und andere Organerkrankungen.

Bluthochdruck tut auch nicht weh! Vielleicht spürst du ab und an mal einen Druck im Kopf. Ist aber “nicht so schlimm und kommt außerdem ja von dem ganzen Stress”, den Du da um die Ohren hast. Falsch gedacht! Eine dauerhafte Hypertonie (Bluthochdruck) kann zu Herzinfarkt und/oder Schlaganfall führen. Und auch da kann es ganz schnell passieren: Aus die Maus! Entweder du überlebst das nicht oder du endest als Pflegefall und vegetierst die nächsten Jahre im Pflegebett vor dich hin. Bestenfalls hast du „nur“ eine Herzinsuffizienz und musst Dein Leben auf den Kopf stellen, weil dein Körper in keiner Weise mehr leistungsfähig ist.

“Leistungsfähigkeit” ist ein weit dehnbarer Begriff.

Bei einer Herzinsuffizienz sprechen wir nicht davon, dass Du keinen 5 km Lauf mehr machen kannst. Wir sprechen davon, dass Du nicht mehr vom Erdgeschoss in den ersten Stock kommst. Wir sprechen davon, dass Du keine 8 Stunden mehr am Tag arbeiten kannst. Davon, dass Du bereits völlig erschöpft und kurzatmig bist, wenn Du auf Deinem Schreibtisch einen Ordner von links nach rechts legst. Nein, das ist nicht übertrieben!

Auch ein erhöhter Cholesterinspiegel, der durch einen dauerhaft erhöhten Stresspegel nachweislich steigen kann, führt zu Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall.

Stress bringt die Verdauung aus dem Takt:

Krämpfe, Blähungen, Durchfall und Verstopfung. Du kannst Dir aussuchen, was davon Dir lieber ist. Dauerhaft. Drei Mal im Jahr eins dieser Symptome – nicht schlimm. Im Dauerstress und unter hohem Leidensdruck, kämpfst Du TÄGLICH damit! Der Leidensdruck steigt weiter. Ein Teufelskreis. Verstopfung kann übrigens zu einem Darmverschluss führen und der bugsiert dich von jetzt auf gleich auf einen OP-Tisch. Was mit sehr unangenehmen Blähungen und Bauchkrämpfen beginnt, kann lebensbedrohend sein! Die Folgen sind nämlich ein Kreislaufschock und eine Bauchfellentzündung, durch austretende Darmbakterien. Und weil das noch nicht genug ist, können sich diese gefährlichen Bakterien auch fein über die Blutbahn verteilen und führen zur Sepsis (Blutvergiftung).

Eine weitere Auswirkung von Stress ist – medizinisch ausgedrückt:
Ein erhöhter Muskeltonus.

Auf Deutsch: Die Muskeln sind ständig und dauerhaft extrem angespannt! Du erkennst das an den doofen Verspannungen, die dich ständig plagen. Nein – es ist nicht nur das lange Sitzen (z. B. bei Bürotätigkeit oder im Auto als Außendienstmitarbeiter)! Wenn Dein „Muskeltonus“ ständig erhöht/angespannt ist, dann tut es irgendwann weh! Nackenverspannung, Schulterschmerzen, Kieferschmerzen, Spannungskopfschmerz, Migräne UND je länger die Anspannung vorliegt und Du Dich in eine Schonhaltung begibst, folgen auch noch Haltungs- und Gelenkschäden! Davon hast Du dann im hohen Alter auch noch was. Hat sich also gelohnt.

Ach ja… nur „halb so schlimm“… Dein Immunsystem ist extrem geschwächt. Sämtliche Bakterien und Viren, die auf Türgriffen, Computer-Tastaturen, Einkaufswagen, öffentlichen Verkehrsmitteln, lauern, feiern eine Party wenn Du vorbei kommst! „Juhuu! Ihr/Ihm zeigen wir jetzt mal wer wir sind!“

Ständige Erkältungen oder eine – nicht ungefährliche – echte Grippe, sind nur zwei Krankheiten, die sich dann wohl am häufigsten bei dir einnisten. Es gibt da noch viele wunderbare, bunte, fiese Erkrankungen, von denen Du heute noch gar nicht weißt, dass es sie überhaupt gibt.

Wenn Du jetzt denkst, ich soll den Teufel mal nicht an die Wand malen…

Tut mir leid. Ich weiß wovon ich rede. Ich habe in meiner Zeit im Pflegeberuf genügend solche Menschen gepflegt. Und: Schlage in der regionalen Zeitung mal die Seite mit den Todesanzeigen auf. Wie viele Anzeigen „plötzlich und unerwartet“ findest du dort innerhalb einer Woche und wie ist der Altersdurchschnitt?

Du hast bis hierhin gelesen? Das freut mich. Ich appelliere an Deine Selbstverantwortung. Deiner Verantwortung für Dich und die Verantwortung gegenüber den Menschen, die dich lieben und die du selbst liebst.

Bis hierhin schrieb die Krankenschwester. Die, die Sachen gesehen hat, von denen Du (wenn Du nicht auch in einem medizinischen Beruf arbeitest), keine Ahnung hast. Wie sie aussehen, wie sie riechen, wie sie schmerzen, was sie mit dir machen.

An mein Schlüsselerlebnis kann ich mich noch gut erinnern:

29 Folgen von Stress - Sandra Liane BraunKinderkrankenpflege-Schülerin, erstes Ausbildungsjahr und 20 Jahre jung. Eine Kollegin bat mich eine Infusionslösung auf der Erwachsenen-Intensivstation auszuleihen. Voller Elan und gut gelaunt stieg ich aus dem Fahrstuhl aus, ging flott um die Ecke, öffnete per Knopfdruck die Tür zur Intensivstation, flitzte locker rein und stoppte abrupt. Vollbremsung auf ganzer Linie! Da stand ich. Vor einem Bett. In ihm lag ein Mann – vermutlich Anfang 50. Auf dem Rücken. Nackt. Bedeckt durch ein leichtes Tuch. Voller Elektroden, ringsum Monitore, ein Beatmungsgerät. Mein erster Gedanke und Schockmoment war:

MITTEN AUS DEM LEBEN GERISSEN!

Von jetzt auf gleich. Gestern noch aktiv. Heute DAS!

 

Nun stell Dir einmal vor, Du bist die Person, die so daliegt.

Nun stell Dir vor, die Menschen, die du am meisten liebst – die DICH lieben – müssen vor diesem Bett stehen.

Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass das niemandem passiert. NICHT DURCH DAUERHAFTEN STRESS!!!

Es gibt so viele krankmachende Faktoren, die wir als Mensch wenig bis gar nicht beeinflussen können! Wir können aber etwas gegen Stress tun! Bitte lass jetzt das „Ja-Aber-Syndrom“. Bitte übernimm DU die Verantwortung für Deine Gesundheit.

Wenn Du Dir noch nicht darüber bewusst bist, was denn alles typische Stressfaktoren sind, dann schau mal hier, hier und hier und hier auch noch.

Ich wünsche Dir von Herzen ALLES GUTE!

Pass auf dich auf.

Sandra

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