My Private Challenge

„Hey Sandra, lass uns doch zusammen eine Challenge machen!“, sprudelte die Idee aus meiner Schwester heraus! Eine Challenge? Auch wenn ich das Wort kaum noch hören kann (weil es gefühlt 1.000 Challenges im Netz gibt), fand ich ihre Idee toll!

Was zuvor geschah:

Seit Sommer 2016 habe ich die Meditation für mich entdeckt und in einem 8-wöchigen MBSR-Achtsamkeitstraining vertieft (in diesem Artikel habe ich über Achtsamkeitsmeditation geschrieben). Von da an war mir klar, dass ich mir täglich diese Zeit schenken möchte, weil ich spürte, wie gut mir das tut.
Ich nahm mir vor, täglich zu meditieren. Eine Zeitlang klappte das ganz gut. Hier und da gab es einen Tag an dem ich keine Zeit dazu fand, aber es funktionierte… und hielt nicht lange an!

In meiner Selbständigkeit bin ich sehr konsequent am Arbeiten. Ich neige dazu, verbissen zu sein und mir kaum Zeit für schöne Dinge zu nehmen.
In mir meldet sich immer einer dieser Kritiker, der sagt „du musst!“.
Seit dem Achtsamkeitstraining bin ich sehr achtsam mit mir selbst und halte inne, wenn ich merke, dass ich innerlich angespannt bin oder die Gedanken Purzelbaum schlagen. Deshalb habe ich auch immer wieder gespürt, wie wichtig es für mich wäre, wirklich täglich zu meditieren.

In diesem Artikel berichte ich Ihnen, wie ich es geschafft habe, Meditation in meinen Alltag zu integrieren, was sich seit dem positiv verändert hat und was mein Fazit daraus ist.

Kommen Sie mit auf meine Reise und finden Sie Anregungen für Ihre.

Als ich also am 1. Januar dieses Jahres mit meiner Schwester telefonierte um ihr ein schönes neues Jahr zu wünschen, sagte ich zu ihr:

„Ich würde gerne einen Weg finden, wie ich die Meditation in meinen Alltag integriere – täglich, ohne Ausnahme!“

Meine Schwester sagte: „Ja, mir geht’s mit Yoga genauso! Es tut mir jedes Mal so gut – ich will das täglich – sowohl für die Seele, als auch für den Körper!“

Und da war sie, die Idee:

Wie ich es geschafft habe, Meditation in meinen Alltag zu integrieren!„Hey Sandra, lass uns doch zusammen eine Challenge machen!“
Die Idee war geboren und wir besprachen, was jede von uns tun möchte. Für mich bedeutete das: Früher aufstehen! Da ich spätestens um 08:30 Uhr an meinem Schreibtisch sitzen möchte, gilt es, um 06:15 Uhr aufzustehen. Erste Überwindung 😉
Wir beschlossen, dass erst mal 5 Tage zu machen und uns dann über unsere Erfahrungen auszutauschen. Um uns selbst ein wenig „Druck“ zu machen, beschlossen wir, uns jeden Morgen ein „Beweisfoto“ zu schicken – das alleine sorgte für einige Lacher und das wussten wir schon in dem Moment als wir es kichernd vereinbart haben 😉
Am 2. Januar 2018 startete also die Challenge mit der Fragestellung „Wie schaffe ich es, die Meditation in meinen Alltag zu integrieren?“

 

Und heute?

  • Ich meditiere jetzt seit 5 Wochen. Täglich. Ohne Ausnahme.
  • Ich wechsele zwischen Meditation im Sitzen (Das stille Sitzen), im Liegen (Bodyscan) oder in einer Yoga-Übung.
  • Ich meditiere zwischen 30 und 45 Minuten.

Was hat sich seitdem verändert?

Überraschenderweise hat sich die Meditation schon am zweiten Morgen auf meinen Appetit ausgewirkt. Ich gehöre zu den Menschen, die früh morgens keinen Hunger haben. Da ich weiß und auch spüre, wie wichtig ein Frühstück ist, habe ich mich oft dazu angehalten, wenigstens ein Toast mit Marmelade zu essen. Das funktioniert immer nur ein paar Wochen und dann schleicht sich auch wieder die Bequemlichkeit ein. Und siehe da: Ich habe nach der Meditation Hunger und freue mich jetzt seit 5 Wochen auf ein leckeres Brot, das mich gestärkt in den Tag starten lässt!

Meditation hat übrigens nicht das Ziel der Entspannung. Im Gegenteil. Meditation dient dazu wacher zu sein. Wach im Sinne von achtsamsein und gewahrsein. Ja! Ich bin wirklich wacher. Mein Geist ist wach, wenn ich mich an meinen Schreibtisch setze und loslege.

Die Folge:

  • Ich arbeite deutlich konzentrierter.
  • Ich arbeite effektiver und effizienter.
  • Ich fühle mich gelassener.

Anfang Dezember 2017 fragte mich ein Seminarteilnehmer:

„Sandra, glaubst du, dass man mit der Meditation Selbstvertrauen und Selbstsicherheit gewinnt?“

Ich konnte ihm die Frage zu diesem Zeitpunkt nicht klar beantworten. Ich dachte, dass es dazu mehr braucht: Eine gute Portion Persönlichkeitsentwicklung plus Meditation – dann ist diese sicherlich förderlich.
Heute kann ich ihm seine Frage beantworten und an dieser Stelle möchte ich Michael ganz lieb grüßen 🙂

Ich fühle mich in mir sicherer und mein Selbstvertrauen ist deutlich gewachsen.

Wodurch?

Durch die Meditation bringe ich mich täglich mir selbst ganz nah. Ich komme auf ganz natürliche Weise mit mir in Kontakt. Durch die Konzentration auf meinen Atem und auf Körper-Empfindungen (ohne diese zu bewerten) bin ich immer wieder im Hier und Jetzt.
Selbstsicherheit und Selbstvertrauen leiden sehr darunter, dass ich – genauso wie viele andere Menschen – bewusst und unbewusst Vergleiche zu anderen ziehe. Wir Menschen neigen dazu, uns mit anderen zu vergleichen. Leider sehen wir dann oft die Dinge, die wir nicht so gut können (wie die anderen) oder entdecken (vermeintliche) Mängel.

Je mehr ich aber mir selbst nahe bin und im Inneren ruhe, desto weniger laufe ich in die Falle, mich im Äußeren zu vergleichen. Ja – mein Selbstvertrauen und meine Selbstsicherheit sind enorm gewachsen.

Ich habe festgestellt, dass ich wieder ein Stück mehr das Loslassen gelernt habe (Dem Thema “Loslassen” habe ich auch einen Blogartikel gewidmet) – welch ein schönes Gefühl.

Die Folge davon war letztens ein ganzer MUTAUSBRUCH!
Innerhalb von 2 Tagen habe ich 3 Auftragsanfragen bekommen, für Dinge, die ich noch nicht gemacht habe und ich habe zugesagt. Von heute auf morgen habe ich mich zu einer Messe angemeldet (IHK Aktionstag Weiterbildung am 17.03.2018) und 1 Stunde später hatte ich in meinem E-Mail-Postfach eine Einladung zu einer weiteren Messe… die findet leider am gleichen Tag statt, auch wenn sie super zu meiner Spezialisierung „Stressreduktion und Burnout-Prävention“ gepasst hätte.

Sie können mich gerne für verrückt halten, aber ich glaube daran: Wenn ich Ängste und Sorgen und 1.000 Gedanken LOSLASSE, kommen die Anfragen rein. Das passiert mir nicht zum ersten Mal und ich finde, ich sollte das öfter üben 😉

Zu guter Letzt:

Auch mein Körpergefühl hat sich verändert. Bei mir bedeutet das, dass ich meinen Körper besser wahrnehme. Für mich ist das extrem wichtig, denn der Körper schickt mir und Ihnen immer Signale, wenn er mit irgendetwas nicht einverstanden ist. Ob das eine ungesunde Körperhaltung am Arbeitsplatz ist, die sich durch Zwicken und Zwacken im Rücken und in meiner Schulter meldet, oder diverse andere Weh-Wehchen, wenn Kopf und Geist angespannt sind.
Es ist wichtig, diese Signale rechtzeitig wahrzunehmen und ihnen dann auch zu folgen. In der Vergangenheit, habe ich das immer erst viel zu spät bemerkt und dann auch noch zur Seite geschoben… kein gutes Verhalten, wenn ich gesund leben möchte!!!

Mein Fazit nach 4 Wochen Meditation:

„Wie integriere ich die Meditation in meinen Alltag?“

  1. Wer etwas wirklich will, findet Lösungen, wer etwas nicht wirklich will, findet Gründe!
  2. Schaffe dir eine Routine!

Fazit 1:

Wer etwas wirklich will, findet Lösungen, wer etwas nicht wirklich will, findet Gründe!
Dieser „Kalenderspruch“ klingt für manche vielleicht abgedroschen. Mir ist es unweigerlich klargeworden, dass es GENAU DAS war, womit ich die tägliche Meditation immer wieder schleifen ließ!
Ich fand immer Gründe, warum ich mir diese 30 bis 45 Minuten Zeit nicht schenkte:

  • Du musst Projekt xy noch fertigmachen
  • Du musst die Wohnung saubermachen
  • Du musst Wäsche machen
  • Du musst Buchhaltung machen
  • Du musst…

…1.000 Anforderungen, die ich an mich selbst habe, anstatt mir Zeit mit mir zu schenken. Zeit in Stille, im Spüren, im Hier und Jetzt. Das ist aber genau das, was meine Seele braucht. Das heißt jetzt nicht, dass die Wohnung im Chaos versinkt und wir keine Wäsche mehr im Schrank haben – nein, alles ist wie vorher, nur ich bin gelassener.

Worauf ich besonders stolz bin:
Insbesondere während Seminartagen brauche ich diese Zeit in Stille ganz besonders. Bisher stand ich mir immer selbst im Weg. “Wie soll ich das denn noch in den Seminartag packen? Morgens Vorbereitung, in der Mittagspause muss ich essen, abends Nachbereitung und Zeit mit den Teilnehmern verbringen?”, was mir wichtig ist und mir Freude bereitet.
Auch diese Hürde habe ich gemeistert: Ich stehe auch vor einem Seminar früher auf und meditiere in meinem Hotelzimmer. Anstatt auf dem Meditationskissen, das ich nicht mit mir rumschleppen möchte, wenn ich mit dem Zug reise, sitze ich auf einem Stuhl. Anstatt 45 Minuten meditiere ich eben „nur“ 30 Minuten.
Das Schöne:
Nach 3 Seminartagen – die echt anstrengend sind – war ich deutlich wacher und entspannter als sonst. Was für ein Geschenk!
Seitdem finde ich immer Lösungen, weil ich es wirklich will.

Fazit 2:

Schaffe dir eine Routine!
Routinen haben wir sowieso alle! Warum also nicht bewusst die Routine erweitern oder umwandeln? Dabei ist es egal, welche Routine es betrifft – morgens, mittags oder abends.
Ich meditiere morgens. Nach dem Aufstehen, eine Ladung kaltes Wasser ins Gesicht und dann eine Tasse Kaffee! Die brauche ich morgens, bis ich einigermaßen geradeaus schauen kann. Ich bringe die Küche vom Vorabend in Ordnung und dann gehe ich in mein „Meditationszimmer“. Ich zünde mir die Kerze in meiner Duftlampe an und schenke mir meine ganze Aufmerksamkeit.
Nach der Meditation wird geduscht und ich ziehe mich an. Ich brauche dann dringend ein Brot und bereite mir meine Getränke für den Tag vor (mindestens 2 Liter am Tag trinken ist wichtig für den Organismus und fördert die Konzentration!).
Um 08:30 Uhr sitze ich am Schreibtisch und bin voller Elan und habe Lust loszulegen 🙂
(Übrigens, im Artikel 7 Stressmacher, die Sie nicht kennen!, schreibe ich auch, was ich seit dem morgens NICHT mehr mache)

Mir war klar, dass Routinen funktionieren und auch, dass sie mir Struktur geben, die ich sehr brauche. Die Idee, eine solche Routine auch für die Meditation zu schaffen, die kam mir allerdings nicht 😉
Zu Beginn meiner Selbständigkeit habe ich mir einen „Routine-Ablauf-Plan“ für jeden Tag geschrieben, damit ich nicht Gefahr laufe mich zu verzetteln oder schlimmstenfalls auf dem Sofa zu landen, anstatt zu arbeiten. Das war wichtig und hilfreich für mich, denn im Angestellten-Leben war ich fremdbestimmt und die Abläufe waren durch Arbeits- und Pausenzeiten vorgegeben.

Hier noch einmal die positiven Veränderungen zusammengefasst:

  • Ich arbeite deutlich konzentrierter.
  • Ich arbeite effektiver und effizienter.
  • Ich fühle mich gelassener.
  • Ich frühstücke.
  • Ich habe an Selbstvertrauen gewonnen.
  • Meine Selbstsicherheit ist gewachsen.
  • Loslassen gelingt.
  • Innere Anspannung lässt nach.

Und was wirklich erfreulich ist:
Ich kann gar nicht mehr ohne Meditation. Ich brauche sie wie Wasser und Brot und das ist der perfekte Zustand, um mir diese Zeit wirklich täglich zu schenken.

Wie ich es geschafft habe, Meditation in meinen Alltag zu integrieren!Wie lange lief die Challenge mit meiner Schwester?
Exakt 21 Tage. Vom Gefühl her, hätte ich sie nach 2 Wochen beenden können, ich wollte aber noch die Hürde mit den Seminartagen nehmen.

In den 1950er Jahren wurde in der Verhaltenspsychologie darüber gesprochen, dass es mindestens 21 Tage braucht, wenn ein Mensch eine Veränderung in seinem Alltag vornehmen möchte. Dessen haben sich viele Berater und Coaches bedient und diverse 21-Tage-Challenges eingeführt. Es hängt aber von sehr viel mehr Faktoren ab, damit das wirklich funktioniert – z. B. der eindeutige Wille, eine Veränderung vorzunehmen. Nichts desto trotz, scheint diese “21-Tage-Formel” bei mir zu funktionieren, denn im Artikel Wie der Tag genial beginnt, berichte ich von der 21-Tage-Challenge, die mich zum Laufen führte 😉

Dieser Artikel möchte Ihnen Mut machen: Was möchten Sie in Ihr Leben integrieren?

Lassen Sie es mich in den Kommentaren wissen und wir überlegen gemeinsam, wie Ihre „Challenge“ aussehen kann!

Herzliche Grüße
Ihre
Sandra Liane Braun

PS: Weitere Fotos und kleine Berichte während der Challenge finden Sie, wenn Sie bei Google den Hashtag #myprivatechallenge eingeben.
PPS: Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich die Beweis-Fotos für meine Schwester auf meiner Festplatte lasse 😀 😀 😀

2 thoughts on “Wie ich es geschafft habe, Meditation in meinen Alltag zu integrieren

  1. Ganz toll geschrieben Schwesterherz! Ich bin weiterhin motiviert, Yoga und Meditation in meinen Alltag zu integrieren, alles braucht seine Zeit und wo ein Weg ist, ist auch ein Ziel 😉 Danke fürs Teilhaben und alles Liebe für dich!

    1. Danke meine Liebe :-)Das war eine tolle Idee von dir!
      Und wo gerade ganz viel Veränderung stattfindet, darf genau darauf geachtet werden, was JETZT gerade am wichtigisten ist. Eins nach dem Anderen <3

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