Geht es Ihnen auch manchmal so? „Ich will endlich mal Ruhe haben!“?

Vor was möchten Sie Ruhe haben? Und was bedeutet eigentlich Ruhe?

Im Job keine ruhige Minute. Ein Anruf nach dem anderen. Endlich alle Mails bearbeitet, dann kommen Mitarbeiter und Kollegen mit Fragen und die nächste Besprechung ist in einer halben Stunde. Durchatmen? Weit gefehlt!

Feierabend!

Feierabend bedeutet für viele Menschen aber auch keine Ruhe. Wer Familie hat, wird von Kindern erwartet. Kinder möchten erzählen, spielen, brauchen Unterstützung bei den Hausaufgaben, müssen zum Sport oder Musikunterricht gefahren werden. Auf dem Heimweg wird noch schnell der Einkauf erledigt und am Abend steht noch eine Verabredung bevor. Andere Menschen pflegen oder betreuen ihre Angehörigen – für sie ist es ebenso schwierig in irgendeiner Weise Ruhe zu finden.

„Puuuhhh – ganz schön anstrengend!“ Zumindest empfinde ich das so. Anderen Menschen fällt das gar nicht schwer. Eng getaktet sein ist für sie kein Problem.

Doch wovon reden wir eigentlich, wenn wir von „Ruhe“ reden? Was bedeutet Ruhe für Sie und was für mich?

Für mich bedeutet Ruhe in erster Linie eine innere Grundhaltung. Erfahre ich die tiefe Ruhe und Verbundenheit mit mir selbst, gelingt es mir leichter, Ruhe zuzulassen, mich abzugrenzen wo nötig und achtsam mit mir selbst zu sein.

Ruhe kann so Vieles bedeuten:

  • Stille
  • Gelassenheit
  • Rückzug
  • ohne Ablenkung sein
  • seelisches Gleichgewicht
  • Entspannung
  • Frieden
  • Gemütsruhe
  • Besonnenheit
  • das Gegenteil von Lärm
  • die Abwesenheit von Lärm und Störung
  • Schlaf
  • Pause
  • … und sicherlich noch einiges mehr.

Belastend wird es, wenn sich die äußere Unruhe auf unser Inneres überträgt – zum Beispiel häufig eine Folge von Lärm (Maschinen, Produktionsanlagen, Großraumbüro, Straßenlärm, und andere „Lärmproduzenten“… sprechen Sie mal Erzieherinnen auf das Wort Lärm an…)

Besonders belastend und ein schleichender Prozess ist, wenn sich die eigene Gedanken- und Gefühlswelt in eine Achterbahn verwandelt. Es geht rauf und runter, sie dreht Loopings, wird immer schneller und schneller. Sitzt man darin, kann sich schon mal der Magen halb rumdrehen (fühlt sich zumindest so an, anderen schon passiert), der Atem bleibt mal stehen oder wird immer schneller. Das Herz rast und es ist kein Ende in Sicht.

Ich behaupte mal, wer freiwillig in eine Achterbahn steigt, hat auch Freude daran und erlebt das Glücksgefühl, das einem versprochen wird. Es kann aber auch sein, dass man sich selbst überschätzt und dann wird die Achterbahnfahrt ganz schnell zum Horror-Trip und von Glücksgefühl keine Spur.

Die Achterbahn als Metapher

Wenn der Job und das Privatleben zur Achterbahn werden, dann sind die Symptome zur Achterbahnfahrt sehr ähnlich und leider auch um ein Mehrfaches reicher.

Es kommt der Punkt an dem Sie denken „Ich will endlich meine Ruhe haben!“ – wenn Sie ein eher introvertierter Mensch sind. Vielleicht lassen Sie Ihren Gefühlen freien Lauf und Sie schreien es laut aus – „Lasst mir endlich alle meine Ruhe!“.

Manche Menschen ziehen diese Notbremse – wenn sie überhaupt gezogen wird – viel zu spät und finden sich im Burn-out wieder.

Sie fragen sich, wie Sie zu innerer Ruhe finden können?

Ich muss Sie leider enttäuschen… Es gibt nicht DAS Rezept. Es gibt sehr viele Rezepte, doch es muss zu Ihnen passen!

Mir hat die Achtsamkeitsmeditation sehr geholfen, die ich täglich praktiziere. Viele Menschen werden schon wahnsinnig und nervös, wenn sie das Wort Meditation nur hören.

Ich finde auch die innere Ruhe beim Laufen – Kopf frei bekommen in der Bewegung und frischen Luft. Kopf frei bekommen beim Auspowern. Aber auch Laufen ist nicht jedermanns Sache oder aus medizinischen Gründen nicht ratsam.

Ich finde auch Ruhe beim langsamen Spaziergang im Wald. Natur betrachten, Stille genießen, Tiere beobachten, bewegen und den Wald mit allen Sinnen genießen.

So individuell die Definition von Ruhe ist, so individuell ist der Weg eines jeden Menschen, wie er zu dieser Ruhe gelangen kann.

Hier ein paar Fragen, die Sie für sich selbst beantworten können:

Was können SIE in den nächsten 24 Stunden tun, um Ruhe zu finden?

Was könnte Sie erfolgreich daran hindern, dies nicht zu tun?

Wer könnte (direkt oder indirekt) noch betroffen sein?

Mal angenommen, Sie würden sich Ruhe gönnen (wie auch immer), ohne Rücksicht auf andere zu nehmen – was würden Sie dann tun?

Haben Sie eine Idee bekommen, was Sie für sich tun können?
Dann planen Sie diese Aktion, wie Sie jeden anderen Termin, jedes To-Do und jede Verpflichtung auch planen: Tragen Sie es sich im Kalender ein! Dieser Termin ist ein Termin mit Ihnen selbst. Sehen Sie diesen Termin als Verpflichtung an, schließlich geht es um IHR Wohlbefinden und IHRE Gesundheit. Treffen Sie eine Vereinbarung mit sich selbst – mit anderen schaffen Sie das doch auch. Seien Sie sich wichtig.

Wenn Sie sich fragen, WAS Sie überhaupt so unruhig macht, finden Sie entsprechende Gedanken und Fragen in diesem Beitrag: Ruhe da oben! Wenn die Gedanken Karussell fahren und der Hamster im Rad rum rennt!

In meinem Terminkalender steht für heute Meditation und morgen um 08:00 Uhr Laufen – als Serientermin, damit ich mich auch nicht mit wichtigen Ausreden davonstehlen kann 😉

Was tun SIE für IHRE RUHE? Lassen Sie es mich wissen und kommentieren Sie unter diesem Artikel – ich freue mich über neue Anregungen 🙂

In diesem Sinne,

eine gute Zeit & schöne Grüße

Ihre

Sandra Liane Braun

PS:
Da mir in diesem Zusammenhang häufig die Frage gestellt wird „Sandra, woran erkenne ich einen Burn-out?“, gibt es demnächst von mir ein kostenloses eBook mit einer Checkliste. Wenn Sie interessiert sind und die Veröffentlichung nicht verpassen möchten, dann tragen Sie sich für meinen Newsletter ein und Sie werden informiert. Keine Angst – ich werde Sie nicht zumüllen. Von mir gibt es zweimal im Monat Inspirationen, Tipps und Anregungen für Sie und nur selten ein Angebot.

Bildnachweis Titelbild:  ©Africa Studio – stock.adobe.com

 

4 thoughts on “Lasst mich doch alle in Ruhe!

  1. Klasse geschrieben! Das ist so eine Sache mit dem Ruhe finden und dennoch bin ich überzeugt: es geht. Es braucht allerdings die Entscheidung dafür. Ganz bewusst. Für uns gehörte dazu, ganz bewusst aufs Land zu ziehen, ganz direkt mit der Natur verbunden zu sein, ein altes Denkmal wieder bewohnbar zu machen und einzuziehen , im Sommer die Störche klappern hören zu können, Rehe und Wildschweine in freier Wildbahn zu entdecken, Greifvögel in freier Natur zu erleben…

    Leben an einem Ort, an dem die Zeit zur Ruhe kommt. Das „färbt ab“ … 😉

    1. Schön, das zu lesen lieber Kollege 🙂 und Danke für deinen Kommentar. „Der Ort färbt ab“ – das gefällt mir 😀

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