Kennen Sie das auch?

Ihre Mitarbeiter sind einerseits unzuverlässig, andererseits aber fordernd?

  • Für manche Ihrer Mitarbeiter ist Pünktlichkeit keine Tugend – sie kommen entweder zu spät zur Arbeit, zu spät aus der Pause oder halten Deadlines für Ihre Aufgaben nicht ein.
  • Andererseits fordern sie aber vehement ihre Rechte als Mitarbeiter ein.

Ihre Mitarbeiter sind einerseits sehr interessiert, andererseits aber nicht bei der Sache?

  • Einerseits möchten Ihre Mitarbeiter über alles informiert sein, bringen sich zeitweise aktiv ein und arbeiten fleißig.
  • Andererseits sind sie oft nicht bei der Sache, führen lieber private Gespräche, als sich um ihre Arbeit zu kümmern und wirken gelangweilt.

In Ihrem Team ist eine Dynamik entstanden, von der Sie nicht wissen, wo das hinführen soll?

  • Sie beobachten, dass Einzelne eigentlich sehr zuverlässig, interessiert, innovativ und aktiv sind.
  • Andere dagegen nehmen – in Ihren Augen – ihre Aufgaben nicht ernst und bringen eine gewisse Unruhe ins Team.

Sie fragen sich, warum das so ist und wie Sie das ändern können?

Ich kenne Ihre Mitarbeiter nicht und frage daher zunächst mal Sie: Was können SIE verändern, bevor Sie Ihre Mitarbeiter verändern?

5 Fragen zum Reflektieren:  Was kann ich tun, damit aus den Flöhen fleißige Bienen werden?

1. Wodurch bin ich meinen Mitarbeitern Vorbild?

Leben Sie Ihren Mitarbeitern vor, was Sie sich von Ihnen wünschen?
Sind Sie in Terminen pünktlich oder lassen Sie gerne mal „5 gerade sein“? Plaudern Sie ebenso gerne mit den Mitarbeitern, wie diese untereinander, obwohl Sie noch tausend Dinge zu erledigen hätten? Sehen Ihre Mitarbeiter, dass Sie fristgerecht arbeiten oder müssen diese sogar ständig Ihre Anrufer vertrösten und Gründe für Ihre unerledigten Dinge finden?

2. Wie Informiere ich meine Mitarbeiter?

Wissen Ihre Mitarbeiter, was im Unternehmen los ist? Schwierigkeiten, Trends, Vorgaben der Geschäftsführung, etc. ?  Kennen Ihre Mitarbeiter Unternehmensziele und -strategien? Wissen Ihre Mitarbeiter, was sie selbst zum Erreichen dieser Ziele beitragen (können) – Abteilungsziele? Sind Ihre Mitarbeiter reine Befehlsempfänger oder dürfen Sie sich in die Prozesse einbringen?
Für die meisten Mitarbeiter ist es enorm wichtig, dass Sie den Sinn hinter diversen Anforderungen verstehen. Nicht immer sind sie mit Entscheidungen einverstanden, wissen es aber zu schätzen, dass sie zumindest darüber informiert sind. Viele können dies akzeptieren und erledigen Ihre Aufgaben so, wie es von ihnen verlangt wird.

3. Wie kommuniziere ich mit meinen Mitarbeitern?

Geben Sie gerne Befehle und Anweisungen oder kritische Bemerkungen zu Prozessen? Sprechen Sie in Du- oder Ich-Botschaften? Fragen stellen wirkt Wunder! Offene Fragen stellen baut Vertrauen auf. Sie hinterfragen, ohne dabei belehrend zu sein. Wie hört sich das für Sie an:
„Diese Arbeitsschritte sind doch sinnlos und überflüssig! Warum machen Sie das?“
Mit dieser Formulierung zieht sich Ihrem Gegenüber bereits der Magen zusammen, denn er oder sie fühlt sich persönlich angegriffen. Der Satz klingt bewertend und sogar abwertend. Wer das hört macht dicht.

„Möchten Sie mir erklären, warum Sie die Arbeitsschritte so gestalten?“  – hier spricht Ihre Neugierde und Lernbereitschaft. Vielleicht hat sich der Mitarbeiter dabei wirklich etwas gedacht. Nun können Sie mit Ihrer Fachkompetenz sachlich argumentieren – vielleicht entstehen dabei sogar gemeinsam noch bessere Wege zum Ziel.

Durch wertschätzende und offene Fragen erfahren Sie mehr von Ihrem Team!

4. Bin ich (zu) nett?

Ja, ich frage Sie, ob Sie nett sind und ob Sie wirklich nett sind!

Hand auf’s Herz:

Sind sie unglaublich harmoniebedürftig? Sie sprechen Unannehmlichkeiten lieber nicht an und hoffen darauf, dass sich das Problem schon von selber löst? Wird es nicht! Glauben Sie mir. Sprechen Sie die Dinge an, über die Sie sich ärgern, die Sie sich anders wünschen, die Ihnen Bauchschmerzen verursachen – und wenn es noch so klein scheint. Es gibt wunderbare Werkzeuge, die dabei helfen, schwierige Gespräche zu führen und die Dinge auf den Punkt zu bringen, ohne dem Gegenüber auf die Füße zu treten.

Nochmal Hand auf’s Herz:

Sind Sie wirklich nett? Wenn Sie morgens ins Büro oder in den Betrieb kommen – begrüßen Sie Ihre Mitarbeiter? Sie glauben ja nicht, wie oft ich von Mitarbeitern höre „Der/Die schafft es noch nicht einmal Guten Morgen zu sagen! Was soll ich denn bitte von dem halten?“ Es reicht schon ein lautes, klares „Guten Morgen“ und ein Winken zum Gruß. Wenn Sie nur drei Mitarbeiter haben, können Sie diese auch mit Handschlag begrüßen – wenn es zu Ihnen passt. Dem „Guten Morgen“ pflichten Mitarbeiter einen sehr großen Wert bei – glauben Sie mir. Es ist ja auch ein Wert, eine Tugend, wenn man seinen Mitmenschen „die Zeit bietet“ – das ist Wertschätzung. Tun Sie das bitte täglich, auch wenn Ihnen mal nicht danach ist – das geht jedem mal so, doch kann niemand anderes etwas dafür.

Und leider vergessen viele Führungskräfte auch einfach mal Danke und Bitte zu sagen. Sie haben das alle in Ihrer Kinderstube gelernt, da bin ich mir sicher und trotzdem wird es – bedingt durch Stress und Druck und Eile – einfach vergessen.

Lächeln Sie Ihre Mitarbeiter auch mal an. Fragen Sie, wie es ihnen geht und gehen Sie in Kontakt. Mit diesen einfachen Verhaltensweisen öffnen Sie Türen und schaffen Vertrauen. Bleiben Sie dabei Sie selbst.

5. Wie binde ich meine Mitarbeiter ein?

Sind Sie ein Vorgesetzter, der plant und analysiert  und die Ergebnisse an seine Mitarbeiter weiterleitet, ganz nach dem Motto „mit der Bitte um Erledigung“? Bestimmt haben Sie ein paar kluge Leute in Ihrem Team – nämlich diejenigen, die eigentlich sehr zuverlässig, interessiert, innovativ und aktiv sind. Das sind die, die gefordert werden möchten und vielleicht sind sie sogar Experte in dem was er oder sie tut. Wahrscheinlich wissen genau diejenigen, wie Arbeitsprozesse effizienter gestaltet werden könnten und wo die Schwierigkeiten liegen. Fragen Sie Ihre Mitarbeiter! Wenn Sie Ihre Mitarbeiter einbeziehen, gewinnen diese Vertrauen und Sie können auf deren Unterstützung vertrauen.

 

Das waren 5 Tipps, bzw. Fragen zur Selbstreflektion. Nicht immer werden gerade diese Tipps zu Ihnen passen. Einige Dinge werden Ihnen leicht fallen, andere vielleicht schwerer. So wie Sie leben und arbeiten, so wie sie führen, hängt immer von Ihrer Persönlichkeit ab. In Ihre Persönlichkeit fließen Lebenserfahrungen, Werte und auch Ihre eigene Vorstellung über Ihre Rolle mit ein.

 

Herzliche Grüße

Sandra Liane Braun

 

 

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4 thoughts on “5 Tipps, wenn Sie das Gefühl haben, anstatt Mitarbeitern, einen Sack voller Flöhe zu führen

  1. Liebe Sandra, ich habe ja jetzt keine Vorgesetzten mehr (dem Himmel sei dank), aber deinen Text hätte ich doch gerne meinen früheren Vorgesetzten gegeben, alle hätten ihn gut brauchen können, durch die Bank weg … Liebe Grüße, Monika

  2. Liebe Monika,
    es ist leider so, dass viele Führungskräfte so dermaßen viele „Baustellen“ haben, dass so manch zwischenmenschliche Details im Laufe der Zeit auf der Strecke bleiben, was diesem Mensch selbst gar nicht auffällt. Selten macht jemand eine Führungskraft darauf aufmerksam, so dass sie ihr Verhalten ändern könnte. Ich war selbst schon mal als Führungskraft in einer Situation, in der ich gehofft habe, dass jetzt nicht auch noch ein Mitarbeiter mit irgendwelchen Fragen oder Problemen kommt… so nach dem Motto „das jetzt nicht auch noch!“. DAS entsprach so gar nicht meiner Persönlichkeit und hat mich selbst erschrocken – als ich mal zu reflektieren begann.
    Liebe Grüße
    Sandra

  3. Liebe Sandra, oh ja… ich kenne allerdings auch die andere Seite und es es ist erstaunlich, wie viel ein Chef falsch machen kann. Ich bin der Meinung, dass der Chef sehr viel selbs tin der Hand hat, wenn er angemessen, wertschätzend, fördernd mit seinen Angestellten umgeht. Liebe Grüße!

    1. Lieber Wilhelm,
      ja – daher rege ich gerne auch zur Reflektion an. Meine Devise ist: Niemand ist gut und niemand ist schlecht. Die Frage ist, wie wirkt jeder einzelne nach außen und was kommt bei den anderen an. Auch die besten Vorsätze, hinsichtlich wertschätzender und fördernder Kommunikation, können auch ihr Ziel verfehlen. Aber ich ganz bei Ihnen – mit einer wertschätzenden Haltung ist ganz viel möglich!
      Herzlichen Dank für Ihren Kommentar!
      Liebe Grüße & ein schönes Wochenende 🙂

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